Aufregung um Corona-Regel : Heide-Park Soltau erlaubt Fotos nur von Besuchern mit Maske

shz+ Logo
Besucher auf der Holzachterbahn Colossos Anfang Mai bei der Wiedereröffnung des Heide-Parks – alle brav mit Maske.
Besucher auf der Holzachterbahn Colossos Anfang Mai bei der Wiedereröffnung des Heide-Parks – alle brav mit Maske.

Notwendig oder übertrieben? Der Heide-Park in Soltau steht wegen strenger Corona-Regeln in der Kritik. Besucher erhalten nur dann ein Foto von ihrer Fahrt in der Achterbahn, wenn auch alle Gesichtsmasken richtig sitzen.

Exklusiv für
shz+ Nutzer
shz+ Logo

Avatar_shz von
13. Juli 2021, 13:39 Uhr

Soltau | In diesem Text erfährst Du:

  • Welche Corona-Regeln im Heide-Park Soltau gelten.
  • Warum viele Besucher sich über eine dieser Regeln mächtig aufregen.
  • Wie hoch die Gefahr einer Ansteckung draußen ist.

So vieles war während des vergangenen Jahres undenkbar: Fernreisen oder große Familienfeste wurden zu Hochzeiten der Corona-Pandemie reihenweise verschoben. Aber auch auf Aktivitäten wie Zoo- oder Freizeitparkbesuche musste verzichtet werden. Nun, wo die Inzidenten niedrig sind und das öffentliche Leben nach und nach wieder hochfährt, wollen viele die neuen Freiheiten nutzen und endlich wieder etwas erleben.

Mehr #neo gibt es hier:

Besonders Freizeitparks können sich gerade über einen großen Ansturm freuen. Schließlich findet der Großteil der Attraktionen im Freien statt, wo eine Ansteckung mit dem Coronavirus unwahrscheinlich ist. Viele der Parks haben in großen Teilen wieder geöffnet, es gelten aber meist gesonderte Hygienemaßnahmen, auch abhängig von den aktuellen Vorgaben des Bundeslandes. Der Heide-Park im niedersächsischen Soltau fällt nun allerdings mit einer Regel auf, die vielen Besuchern sauer aufstößt.

Wir haben leider kein Foto für Dich

Im gesamten Park gilt eine Maskenpflicht – auch während der Fahrt mit einem der Fahrgeschäfte. Laut eines Berichts der "Bild"-Zeitung nehmen aber viele Besucher die Maske ab, sobald sie auf ihrem Sitz Platz genommen haben. Das kann sich am Ende des Ausflugs rächen: Die beliebten Fotos aus der Achterbahn, die der Park verkauft, werden nur dann ausgehändigt, wenn alle zu sehenden Personen eine Maske tragen. Hat jemand seine Maske abgesetzt oder ist sie stark verrutscht, verweigert der Park die Herausgabe der Bilder, wie die "Bild" berichtet.

Eine Nachfrage unserer Redaktion zu der umstrittenen Vorgehensweise blieb bislang unbeantwortet. Wir ergänzen das Statement, sobald es uns vorliegt.

Der Heide-Park hat Personal abgestellt, dass die Einhaltung der Hygienemaßnahmen überprüft.
Imago Images/Hanno Bode
Der Heide-Park hat Personal abgestellt, dass die Einhaltung der Hygienemaßnahmen überprüft.

Eine Regel, die viele als sinnlos und übertrieben empfinden. Schließlich ist inzwischen durch Forschungen belegt, dass das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Freien sehr gering ist. Besonders da auch in den Fahrgeschäften der Sicherheitsabstand eingehalten werden soll und in der klassischen Achterbahnsituation, Besucher sich nicht ins Gesicht, sondern gegen den Rücken atmen.

Wie sich das Coronavirus verbreitet

Es gilt als sicher, dass sich das Coronavirus vor allem über die Luft verbreitet. Das kann über die Tröpfchen geschehen, die beim Husten und Niesen entstehen und beim Gegenüber über die Schleimhäute aufgenommen werden. Oder über Aerosole, Gemische aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen in der Luft, die Sars-CoV-2-Partikel enthalten. Sie sind definiert als Tröpfchenkerne kleiner als fünf Mikrometer und bleiben meist länger in der Luft als größere Tropfen, die rasch zu Boden sinken. Aerosol-Teilchen können Stunden bis Tage in der Luft schweben. Andere Infektionswege - etwa über Oberflächen - spielen eine wesentlich geringere Rolle für das Infektionsgeschehen. (dpa)

Auf dem Instagram-Profil des Heide-Parks schlägt dem Freizeitpark viel Unverständnis entgegen: "Es war geplant, in den Ferien zu euch zukommen, aber euer Maskentheater könnt ihr ohne uns veranstalten", so ein User. "Lächerlicher Park, ihr raubt den Kindern erneut den Spaß nach so 'ner schwierigen Zeit", schreibt ein anderer. Es gibt aber auch Verständnis für die strengen Regeln: "Also unter Erpressung verstehe ich immer noch Profit daraus schlagen. Der Heide Park dagegen verzichtet auf Profit zu Gunsten der Gesundheit der Besucher und Mitarbeiter. Das nenne ich keine Erpressung, sondern konsequente Solidarität", so ein Twitter-User.

Was denkst Du?

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Dieser Text gehört zu unserem neuen Ressort #neo, das sich speziell an junge Leserinnen und Leser richtet. Mehr Infos und alle Texte findest Du hier.

Laut eigenen Angaben war der Heide Park Soltau der erste Freizeitpark in Deutschland, der seine Tore am 1. Mai wieder öffnen durfte. Die Betreiber hatten sich das Recht dazu vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg erstritten, mussten aber ein strenges Hygienekonzept durchsetzen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen