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Kreuzfahrt-Streit : Naturschutzbund will kein Partner von Aida sein

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Das Kreuzfahrtunternhehmen Aida Cruises und der Naturschutzbund (Nabu) sind Dialogpartner - so jedenfalls sieht man es bei dem Unternehmen. Der Nabu fühlt sich ausgenutzt.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2013 | 08:17 Uhr

Kiel/Rostock | Die Kreuzfahrtbranche boomt, die Traumschiff-Flotte wächst von Jahr zu Jahr. Der Umweltschutz bleibt beim Werben um neue Passagier-Gruppen auf der Strecke - so kritisieren immer häufiger die Umweltverbände. Zwischen dem Naturschutzbund (Nabu) und Aida Cruises hat sich der Konflikt nun zugespitzt. Der Nabu hat das in Rostock ansässige Kreuzfahrtunternehmen aufgefordert, den Naturschutzbund auf seiner Homepage nicht länger zu Unrecht als Dialog-Partner zu bezeichnen.
"Aida Cruises ist kein Dialog-Partner des Nabu. Diese irreführenden Angaben erwecken den Eindruck, als ob wir mit Aida zusammenarbeiten, was nicht der Fall ist", sagt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Das Kreuzfahrtunternehmen nutze den guten Ruf des Nabu für gesellschaftliche Zwecke, ohne dazu befugt zu sein. "Deshalb fordern wir Aida auf, unverzüglich jegliche Nennung als Dialog-Partner zu unterlassen", sagt Miller. Diese Unterlassungsforderung sei Aida schriftlich zugestellt worden.

"Neue Umweltmaßstäbe"

Brisanterweise hat der Nabu erst kürzlich führende Kreuzfahrtanbieter auf ihre Umweltfreundlichkeit hin überprüft und ein Ranking vorgestellt. Untersucht wurden die Abgastechnik sowie deren Auswirkung auf Natur, Klima und die Gesundheit der Passagiere. Klarer Verlierer dieses Rankings ist Aida. Dies ruft Unverständnis beim norddeutschen Kreuzfahrt-Anbieter aus, dessen Kussmund-Schiffe zu den häufigsten Gästen in Kiel und Hamburg zählen. "Im internationalen Vergleich zählt die Aida-Flotte zu den modernsten, energieeffizientesten und umweltfreundlichsten weltweit", sagt die Aida-Umwelt-Direktorin Monika Griefahn. Seit 2007 würden in Ost- und Nordsee nur noch schwefelarme Brennstoffe verwendet. Alle ab 2007 gebauten Schiffe seien auf die umweltschonende Landstromversorgung während der Liegezeiten im Hafen vorbereitet. "Neue Umweltmaßstäbe setzen wir mit der neuen Schiffsgeneration", sagt Aida-Präsident Michael Ungerer.
Im März 2015 wird das erste dieser Schiffe auf Jungfernfahrt gehen. Weniger als drei Liter Treibstoff pro Passagier und hundert Kilometern wird dieser Kreuzfahrer dank einer neuen Technik verbrauchen, die die Clubschiffe reibungsarm auf einem Teppich aus Luftbläschen gleiten lässt. Zudem wurde eine neue, Treibstoff sparende Rumpfform entwickelt.
Die Unterlassungsforderung des Nabu wollte das Unternehmen nicht kommentieren. "Wir möchten den Sachverhalt erst einmal intensiv prüfen", teilte Aida gestern auf Anfrage mit.

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