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Ukraine-Krise : Nato: Russland könnte mit Abzug begonnen haben

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Bewegung in der Ukraine-Krise: Russland hat möglicherweise mit dem Abzug von Teilen seiner Truppen begonnen. Unterdessen dauern die Gefechte im Osten der Ukraine an.

Kiew | Kurz vor den Wahlen in der Ukraine hat Russland möglicherweise mit dem Abzug eines Teils seiner Truppen aus dem Grenzgebiet zum Nachbarland begonnen. Das teilte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag während eines Besuchs in Montenegro mit. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Vortag den Abzug der Truppen angekündigt, „damit nicht Spekulationen entstehen, wir würden die Präsidentenwahl behindern“.

„Wir haben gestern Abend eine begrenzte russische Truppenbewegung in der Nähe der ukrainischen Grenze gesehen“, sagte Rasmussen. Dies könne darauf hindeuten, „dass einige dieser Truppen den Rückzug vorbereiten. Es ist noch zu früh, um zu sagen, was das bedeutet, aber ich hoffe, dass es der Beginn eines umfassenden und ehrlichen Rückzugs ist.“ Noch seien die meisten russischen Truppen in unmittelbarer Nähe zur ukrainischen Ostgrenze, sagte Rasmussen. „Und wir sehen fortgesetzte russische Manöver in diesem Gebiet. Ein umfassender und nachprüfbarer Abzug wäre ein „erster Schritt Russlands in die richtige Richtung, um seinen internationalen Verpflichtungen gerecht zu werden“.

Nach Angaben der Nato hat Russland zwischen 35.000 und 40.000 Soldaten im Grenzgebiet zur Ukraine stationiert. Mit Blick auf die Wahlen hat die Führung in Kiew am Donnerstag den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen um eine Dringlichkeitssitzung gebeten. Vor der Präsidentenwahl am Sonntag würden sich Hinweise auf „russische Sabotageakte“ häufen, sagte Regierungschef Arseni Jazenjuk in Kiew. „Wir werden bei der Sitzung Beweise vorlegen, dass Russland mit einer Eskalation des Konflikts die Präsidentenwahl vereiteln will“, betonte er.

Unterdessen haben militante Aktivisten in der Ostukraine mit der Sprengung einer Brücke das Vorrücken von Regierungseinheiten im Raum Lissitschansk verzögert. Die Sicherheitskräfte hätten am Morgen mit gepanzerten Fahrzeugen den Ort rund 90 Kilometer nordwestlich der Gebietshauptstadt Lugansk erreicht, sagte Separatistenführer Alexej Tschmilenko am Donnerstag. Die prorussischen Kräfte brachten daraufhin die Verkehrsverbindung über einen Nebenfluss des Don zum Einsturz. Es habe zudem Schusswechsel gegeben, sagte Tschmilenko.

Das Verteidigungsministerium in Kiew bestätigte den Tod von zehn Soldaten bei den jüngsten Kämpfen. Bei Gefechten nahe Wolnowacha etwa 60 Kilometer südlich von Donezk seien 9 Sicherheitskräfte erschossen und 17 verwundet worden, hieß es. Ein weiterer Soldat sei bei Lugansk getötet worden. Auch die Gegenseite habe Verluste erlitten. Nach Darstellung des Nationalen Sicherheitsrats in Kiew attackierten Unbekannte in der Nacht mit Maschinengewehren und Granatwerfern einen Posten nahe der Grenze zu Russland. Dabei seien fünf Soldaten verletzt worden, sagte Sicherheitsratschef Andrej Parubij. „Diese Handlungen werden von Moskau koordiniert und finanziert“, behauptete er. Das russische Außenministerium warf der Ukraine hingegen vor, bei ihrer „Anti-Terror-Operation“ auch Zivilisten zu töten.

Die prowestliche Regierung geht in der Region mit einem „Anti-Terror-Einsatz“ gegen Separatisten vor. Sie hat die Kontrolle über weite Teile der Gebiete Donezk und Lugansk verloren und bereits eingeräumt, dass die Präsidentenwahl dort nicht stattfinden kann. In der selbst ernannten „Volksrepublik Lugansk“ riefen die Machthaber das Kriegsrecht aus. Die fiktiven „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk hatten sich am 11. Mai in nicht anerkannten Referenden vom Rest des Landes losgesagt.

 

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erstellt am 22.Mai.2014 | 13:35 Uhr

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