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Prüfung der Statik : Nacht der Sperrung im Kanaltunnel Rendsburg

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Drei Stunden Ruhe in beiden Röhren des Tunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanals in Rendsburg. Um zu prüfen, ob Schwertransporter hindurchfahren können, wurde das Bauwerk komplett geschlossen.

Rendsburg | Samstagabend in Rendsburg: In der Sicherheitszentrale des Tunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal werden um 21.30 Uhr alle Signale auf rot geschaltet. Die Oströhre ist bereits für Sanierungsarbeiten zu. Heute Abend gibt es auch kein Durchkommen durch die Weströhre mehr.
Weil die Rader Hochbrücke für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt ist, muss eine Ausweichmöglichkeit her - natürlich auch für Schwertransporter. Die könnten eventuell durch den Kanaltunnel fahren. Aber: lässt das die Statik zu? Genau das wollen Experten prüfen.

Prüfung drei Meter unter der Fahrbahn

Ein Trupp von fünf Statikern macht sich um 21.20 Uhr bereit und geht in den Tunnel durch die Oströhre. Noch fahren die Autos auf der B77 durch die Röhre nebenan. Die Männer mit Warnwesten warten auf die Freigabe, dass kein Auto mehr kommt. In der Tunnelkontrolle werden die Ampeln vor den Einfahrten auf rot gestellt. Wenn kein Fahrzeug mehr in der Röhre ist, werden Absperrbarken aufgestellt. Lediglich Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst dürfen noch durch den Tunnel fahren.
21.50 Uhr: Ein Streifenwagen fährt durch die gesperrte Röhre und hält vor den Männern in der Weströhre. Die Absperrung ist vollzogen, die Statiker können auf die Straße. Dort öffnen sie einen Gullydeckel und steigen drei Meter unter die Fahrbahn. Unter dem Asphalt sind Schächte mit Trägern und Pfeilern. Ihre Stabilität wird in dieser Nacht geprüft.

Wasser verzögert die Prüfung - aber nur kurz

Doch so schnell geht das noch nicht: Kurz nachdem ein Mann in das erste der zwei 15 mal acht Meter großen Becken hinab geklettert ist, kommt er wieder herauf. Hier steht das Regenwasser so hoch, dass es erst mal abgepumpt werden muss.
Lange dauert das nicht. "Wir kommen gut voran", sagt Statiker Manfred Hümmecke um 22.25 Uhr. Er steht zeitweise knietief im Wasser, klopft mit einem Hammer an Betonpfeiler, Stützen und Wände und hört, ob etwas hohl klingt. Schäden fotografiert er.

Erster Schacht nach 45 Minuten fertig untersucht

Um 22.46 Uhr ist der erste von zwei Straßenschächten bereits fertig untersucht. Ein Löschzug der Feuerwehr ist gerade durch den Kanaltunnel gefahren. Männer, die auf der Fahrbahn stehen, warnen ihre Kollegen mit Rufen.
Die beiden Becken unterkellern etwa ein Zweiunddreißigstel der Tunnelstraße. Das reicht aus, damit die Statiker ein Urteil darüber fällen können, wie stark die Fahrbahnen belastet werden dürfen. Dieses Urteil wird allerdings nicht in dieser Nacht fallen. Aus den Messergebnissen wird ein Gutachten angefertigt, auf dessen Grundlage dann entschieden wird, ob schwere Transporte durch den Tunnel fahren können oder nicht.

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erstellt am 18.Aug.2013 | 04:21 Uhr

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