"Alkoholinda" : Nach WM-Finale: Kritik an Verhalten der kroatischen Präsidentin

Nach dem WM-Finale tröstete Kolinda Grabar-Kitarovic die kroatische Mannschaft um Kapitän Luka Modric. Foto: dpa/Cezaro De Luca
Nach dem WM-Finale tröstete Kolinda Grabar-Kitarovic die kroatische Mannschaft um Kapitän Luka Modric. Foto: dpa/Cezaro De Luca

Sie herzte die Spieler und jubelte: Das Auftreten von Kolinda Grabar-Kitarovic beim WM-Finale kam nicht überall gut an.

shz.de von
17. Juli 2018, 12:16 Uhr

Zagreb | Am emotionalen Auftreten der kroatischen Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic während der Fußball-WM scheiden sich weiter die Geister. "Ich wollte mich nicht zurückhalten", begründete die Präsidentin bei RTL-TV ihr umstrittenes Auftreten nach dem 2:4 im Finale gegen Frankreich: "Ich wollte Mensch sein und zeigen, wie sehr wir unsere Heimat und unsere Mannschaft lieben, wie stolz wir sind." Und: "Die Schuhe waren so voll mit Wasser, dass ich fast nicht laufen konnte. Aber den Regen habe ich gar nicht bemerkt, weil mich die Begeisterung fortgetragen hat."

Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Manuel Macron stand Grabar-Kitarovic während der Siegerehrung buchstäblich im Regen. Foto: dpa/Petr David Josek/AP
dpa/Petr David Josek/AP
Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Manuel Macron stand Grabar-Kitarovic während der Siegerehrung buchstäblich im Regen. Foto: dpa/Petr David Josek/AP

Das Staatsoberhaupt hatte am Sonntag in Moskau zum Teil völlig durchnässt Spitzenpolitiker und Spieler umarmt und getätschelt und sogar den WM-Pokal geküsst. Während zahlreiche Zeitungen die Spitzenpolitikerin für ihre Auftritte loben, schrieb der Zeitungskolumnist Tomislav Klauski: "Sie hat jedes Maß verloren. Bei ihr haben die Bremsen versagt. Sie hat ein Spektakel veranstaltet, wo immer sie auftrat." Die größte kroatische Boulevardzeitung "24sata" zitierte am Dienstag heimische Kommunikationsexperten: „Sie hat vergessen, ihre Würde zu bewahren". "Gut, dass (nach dem WM-Finale) Regen einsetzte, sonst hätte sie auch noch die Balljungen geküsst", merkte ein Kommentator des nationalen Fernsehens an.

"Unwiderstehlich oder beschwipst"

Noch viel negativer berichteten die Zeitungen im Nachbarland Serbien, das traditionell durch Krieg und Geschichte ein gespanntes Verhältnis zu Kroatien hat. "Unwiderstehlich oder beschwipst"?, fragte die prominente Zeitung "Blic". "Die betrunkene Kolinda war ein größerer Stern als die 'Karierten' (die Nationalmannschaft)", schrieb die Boulevardzeitung "Informer". Im weit verbreiteten Blatt "Kurir" lautete die Überschrift knapp: "Alkoholinda".

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