Unbeteiligte Frau überfahren : Nach tödlicher Verfolgungsjagd: Verdächtiger in Klinik gestorben

Bei einer Verfolgungsjagd nach einem Diebstahl hat es in Berlin-Charlottenburg einen schweren Unfall mit einer Toten und mehreren Verletzten gegeben.
Bei einer Verfolgungsjagd nach einem Diebstahl hat es in Berlin-Charlottenburg einen schweren Unfall mit einer Toten und mehreren Verletzten gegeben.

Bei der Flucht vor der Polizei prallte das Auto gegen mehrere Fahrzeuge. Dabei wurde eine Fußgängerin erfasst und tödlich verletzt.

shz.de von
08. Juni 2018, 09:32 Uhr

Berlin | Nach der Verfolgungsjagd in Berlin, bei der eine Frau getötet wurde, ist ein Autoinsasse im Krankenhaus gestorben. Den Tod des Mannes – er war der Beifahrer im Fluchtauto – teilte die Berliner Staatsanwaltschaft am Freitagmorgen mit. Der Mann soll zusammen mit zwei anderen Tätern Werkzeug aus einem Auto gestohlen haben. Bei der anschließenden Flucht vor der Polizei prallte das Auto gegen mehrere Fahrzeuge. Dabei wurde die 22-jährige Fußgängerin erfasst und tödlich verletzt. Zwei weitere Frauen wurden verletzt.

Gegen den 27-jährigen Hauptverdächtigen und Fahrer des Fluchtautos war am Donnerstagabend Haftbefehl unter anderem wegen des dringenden Tatverdachtes eines verbotenen Autorennens mit Todesfolge sowie wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Der Haftbefehl wurde dem Mann im Krankenhaus verkündet. Der 27-Jährige sowie ein 14 Jahre alter Verdächtiger werden in der Klinik von der Polizei bewacht.

Fußgängerin sofort tot

Die 22-jährige Fußgängerin schob ihr Fahrrad am Mittwochabend auf dem Bürgersteig und wurde von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Helfer versuchten noch, sie wiederzubeleben, konnten sie aber nicht retten. Zwei Autofahrerinnen sowie der Fahrer des Fluchtautos und seine beiden Komplizen wurden bei der Verfolgungsjagd in Charlottenburg zum Teil schwer verletzt, wie die Polizei am Donnerstag berichtete.

Schon am Morgen nach dem schrecklichen Unfall hatten trauernde Menschen Blumen für die Tote abgelegt. Die Initiative Volksentscheid Fahrrad rief für den Nachmittag zu einer Mahnwache auf. Die drei Männer im Alter von 27, 18 und 14 Jahren sollen gegen 21.30 Uhr einen Kleintransporter im benachbarten Bezirk Wilmersdorf aufgebrochen haben. Zivilpolizisten beobachteten laut Polizei, wie die Männer gestohlene Werkzeuge in einen Wagen luden. Sie folgten einige Kilometer den mit dem Auto wegfahrenden mutmaßlichen Dieben.

Polizisten angefahren

In Charlottenburg blockierten die Polizisten zusammen mit alarmierten Kollegen und deren Autos schließlich den Fluchtwagen. Ein Fahnder stieg aus und ging auf die Männer zu. Dann geriet die Lage außer Kontrolle: Der 27-jährige Fahrer des Fluchtwagens gab plötzlich Gas, fuhr vor und zurück, klemmte dabei den Polizisten mit der Stoßstange ein und rammte die Polizeiautos, bis er frei kam.

Die Tatverdächtigen rasten davon. Nach Zeugenaussagen verfolgten mehrere zivile Polizeiautos den Fluchtwagen. Dabei hätten die Polizisten weder Blaulicht noch Sirenen eingeschaltet, sagte der Zeuge am Mittwochabend. Eine Polizeisprecherin sagte, dazu werde noch ermittelt. An der Kreuzung missachtete der Fahrer eine rote Ampel und stieß mit zwei anderen Wagen zusammen. Eine 55-jährige und eine 62-jährige Autofahrerin wurden dabei verletzt.

Frau an Kreuzung erfasst

Durch die Wucht der Zusammenstöße geriet der Fluchtwagen ins Schleudern. Dabei überfuhr oder erfasste er die junge Frau, die laut Augenzeugen gerade ihr Rad an der grünen Fußgängerampel über die Straße schob. Die Frau starb an ihren Verletzungen. Der angetrunkene Fahrer gab der Polizei zufolge ungerührt weiter Gas und schleuderte über die Straße. Der Fluchtwagen kam später nach einigen weiteren Kollisionen zum Stehen. Der Fahrer versuchte daraufhin, zu Fuß zu entkommen, wurde aber schnell von Polizisten gefasst. Die beiden anderen Diebe waren schwer verletzt und wurden im Wagen festgenommen.

Ebenso wie die beiden Autofahrerinnen und der verletzte Polizist kamen die drei mutmaßlichen Diebe ins Krankenhaus. Der Beamte konnte in der Nacht wieder entlassen werden. Zwei der drei Verdächtigen haben die serbische Staatsangehörigkeit, der jüngste die serbisch-montenegrinische. Der 18-Jährige und der 14-Jährige sind der Polizei bereits wegen früherer Taten bekannt.

Die Initiative Volksentscheid twitterte zu dem tragischen Tod der Frau: „Infrastruktur die zum Rasen einlädt führt zu Leid und Tod.“

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