Ukraine-Krise : Nach Raketenangriff auf Mariupol: Ukraine ruft Staatstrauer aus

Menschen gedenken in der Ukraine den Opfern des Raketenangriffs auf Mariupol.
Menschen gedenken in der Ukraine den Opfern des Raketenangriffs auf Mariupol.

Mindestens 30 Zivilisten kamen beim Angriff ums Leben. Die OSZE gibt prorussischen Separatisten die Schuld.

shz.de von
25. Januar 2015, 10:31 Uhr

Kiew | Nach dem Tod von mindestens 30 Zivilisten bei einem Raketenangriff auf die ukrainische Hafenstadt Mariupol hat die Führung in Kiew für diesen Sonntag eine Staatstrauer ausgerufen. Für Mittag ordnete Präsident Petro Poroschenko eine Schweigeminute an.

Auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in der ukrainischen Hauptstadt zündeten Trauernde in der Nacht Kerzen an, mit denen sie den Namen Mariupol auf dem Pflaster formten.

Bei dem Beschuss eines Wohnviertels in der von Regierungstruppen beherrschten Hafenstadt wurden nach Behördenangaben auch rund 100 Menschen verletzt. Mehr als 50 Häuser wurden beschädigt, darunter vier Schulen und drei Kindergärten.

Nach Untersuchungen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kam der Beschuss aus dem Gebiet prorussischer Separatisten östlich von Mariupol. Das ukrainische Militär und die Aufständischen geben sich gegenseitig die Schuld für den Angriff.

Die Separatisten hatten am Samstag nach eigenen Angaben eine Offensive auf Mariupol begonnen. In der Nacht zum Sonntag habe es aber keine neuen Gefechte bei Mariupol gegeben, teilte die Stadtverwaltung mit. Nordöstlich der Separatistenhochburg Donezk sei es vereinzelt zu Kämpfen gekommen, berichtete die Militärführung in Kiew.

Im UN-Sicherheitsrat scheiterte die Abstimmung über eine Verurteilung der Ereignisse in Mariupol. Großbritannien warf Russland eine Blockade vor. Die russische Delegation erklärte der Agentur Tass zufolge, die Abstimmung sei gescheitert, weil Großbritannien auf eine Verurteilung der Aufständischen in der Ostukraine gedrungen habe und Handlungen der Führung in Kiew nie kritisiert würden.

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