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Stärke 7,8 : Nach Erdbeben in Ecuador: Zahl der Todesopfer steigt auf über 400

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Retter hoffen, noch Überlebende aus den Trümmern retten zu können - doch deren Chancen sinken mit jedem Tag.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2016 | 08:20 Uhr

Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens in Ecuador steigt weiter. Bis Montagabend (Ortszeit) waren 413 Leichen geborgen worden, wie das Sicherheitsministerium mitteilte. Der Katastrophendienst (SNGR) verzeichnete außerdem 2658 Verletzte und das Rote Kreuz 320 Vermisste. Rund ein Drittel der Toten kam aus der 55.000 Einwohner zählenden Küstenstadt Pedernales, die größtenteils zerstört wurde.

Die ecuadorianische Regierung hat die Vereinten Nationen um Hilfe gebeten. Auch Unicef ruft weltweit dazu auf, den Menschen im Erdbebengebiet mit Spenden zu helfen

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Neben Pedernales wurden auch die Städte Manta und Portoviejo schwer beschädigt. Nach den Worten des Präsidenten Rafael Correa handelt es sich um die schlimmste Katastrophe in Ecuador seit 67 Jahren.

Unter den Opfern seien ein US-Amerikaner, zwei Kanadier, sieben Kolumbianer, drei kubanische Ärzte und eine irische Nonne. Der Wiederaufbau werde Milliarden Dollar kosten, erklärte Correa am Montagabend. Es sei viel an erdbebensicheren Bauweisen zu verbessern. Nach dem verheerenden Beben in Haiti 2010 seien die Bauvorschriften in Ecuador verschärft worden, ältere Gebäude seien jedoch sehr erdbebenanfällig, sagte Correa.

Das Rote Kreuz rechne mit einem zweijährigen Einsatz, erklärte der Vorsitzende der Hilfsorganisation in Ecuador, Juan Cueva, wie die Nachrichtenagentur Andes meldete.

Über 300 Nachbeben erschütterten weiterhin die Provinzen Manabí und Esmeraldas, teilte das Geophysische Institut mit. Am Montag war ein größeres Nachbeben der Stärke 5,4 auch in Quito spürbar.

Über 400 Helfer aus Mexiko, Kuba, Chile, Kolumbien, Spanien und der Schweiz nehmen an den Bergungsarbeiten teil, wie Außenminister Guillermo Long über Twitter bekanntgab. Die Regierung Ecuadors hat für die erste Woche nach dem Beben 160 Millionen Dollar (140 Mio. Euro) aus dem Katastrophenfonds bereitgestellt. Die Europäische Union stellte eine Million Euro zur Verfügung. Die Vereinten Nationen entsandten ein Team in das südamerikanische Land.

Auch aus Deutschland lief die Hilfe an. Experten des Organisationsbündnisses „Aktion Deutschland Hilft“ reisten am Montag nach Ecuador, wie das Bündnis mitteilte. Auch die Johanniter haben nach eigenen Angaben über ihre Partnerorganisation ein Team in die Erdbebenregion geschickt. Das Deutsche Rote Kreuz hat ebenfalls Hilfe angeboten.

Ecuador liegt in einer geografisch unsicheren Region, dort treffen zwei Erdplatten aufeinander. In dem südamerikanischen Land gibt es außerdem viele aktive Vulkane. So muss etwa mit einem Ausbruch des Cotopaxi gerechnet werden, es gilt Warnstufe „Gelb“, schreibt das Auswärtige Amt. Der Nationalpark ist nur zum Teil geöffnet. Die Vulkanasche weht manchmal bis in die Hauptstadt Quito, was dort zu Atembeschwerden führen kann, erklärt die Behörde. Auch der Vulkan Tungurahua ist in unterschiedlichen Abständen aktiv.

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