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Deutschland & Welt

22. Oktober 2017 | 10:56 Uhr

Lesestoff : Muss man nicht lesen

vom

Kay Müller und Martin Schulte empfehlen Lesestoff zum Wochenende. Heute in aller Kürze ein Krimi von Åsa Nilsonne.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2009 | 12:59 Uhr

Sie ist nicht immer sympathisch: Die Stockholmer Polizistin Monika Pedersen, die die Hauptrolle in den Krimis von Åsa Nilsonne spielt. Sie soll ein wenig die graue Maus sein, die sich immer weiter emanzipiert, wie das der Leser oder vor allem die Leserin in Schweden bestimmt gern liest – aber so richtig mag der Leser ihr das nicht abnehmen. Nie werden die Konflikte mit den männlichen Kollegen bis zum Ende ausgefochten, wie man das etwa häufig bei Krimis von Liza Marklund um ihre Heldin Annika Bengtzon erlebt. Und in ihrem aktuellen Fall darf Monika Pedersen auch schon aufgrund eines vagen Verdachts auf Ermittlungsreise nach Äthiopien fahren. Kaum glaubhaft, dass die schwedische Polizei so etwas in Zeiten des erodierenden Wohlfahrtsstaates gestatten würde.
So spielt ein großer Teil des Falls in Afrika, allerdings wird auch hier die Welt häufig als hart, aber doch ganz liebenswert dargestellt. Auch wenn Monika Pedersen unter Medizin-Kriminellen ermittelt, die Gutachten verkaufen. Ein gerade in jüngster Zeit gern genommenes Thema bei Krimi-Autoren. Und wenn es um die sozialen Verschiebungen in der Gesellschaft geht, die die Morde in ihrem Buch erklären sollen, scheitert Nilsonne leider kläglich. Und angesichts der großen Fülle von guten skandinavischen Krimi-Autoren muss man sich diesen, darüber hinaus nicht gerade spannenden, Fall von Monika Pedersen nicht antun.
Åsa Nilsonne: Wofür es sich zu sterben lohnt: Ein Monika-Pedersen-Krimi, 380 Seiten, Goldmann, ISBN-10: 3442465702, ISBN-13: 978-3442465705, 8,95 Euro

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