WM 2014 in Brasilien : WM-Songs aus Hamburg: Treffer oder Eigentor?

Auch Fettes Brot aus Hamburg leisten einen musikalischen Beitrag zur WM 2014.
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Auch Fettes Brot aus Hamburg leisten einen musikalischen Beitrag zur WM 2014.

Geht es um WM-Songs, dann ist Deutschland wie keine andere Nation vertreten. Auch in Hamburg wurde in den letzten Wochen fleißig produziert – von Deichkind, Oceana oder Fettes Brot. Welcher Song ist ein Treffer, welcher eher Eigentor?

shz.de von
12. Juni 2014, 17:51 Uhr

Hamburg | Donnerstag, 22 Uhr deutscher Zeit: Der Ball rollt. Endlich ist sie da, die WM. In den letzten Wochen wurden man auf dieses Sport-Großereignis nicht nur durch diverse Werbespots oder Plakate hingewiesen – auch die WM-Songs haben ihre Schatten vorausgeworfen. Offiziell heißt der diesjährige Hit „We Are One (Ole Ola)“ und kommt von Jennifer Lopez und Pitbull zusammen mit der brasilianischen Sängerin Claudia Leitte. Die offizielle WM-Hymne 2014 „Dar um Jeito – We will find a way“ stellen Santana, Wyclef Jean, Avicii und der brasilianische Sänger Alexandre Pires.

Wie kaum eine andere Nation zeigt sich Deutschland alle zwei Jahre zur Europa- oder Weltmeisterschaft sehr musikalisch. Diverse Künstler produzieren ihre eigenen EM- oder WM-Hits und verbreiten sie über das Netz. Im Beispiel von Dschungelkönigin Melanie Müller stoßen diese aber nicht nur auf Gegenliebe. Auch in Norddeutschland versucht man sich immer wieder an eingängigen Melodien und Videos, die aus der Masse herausstechen. Auffällig: Gerade aus Hamburg kommen dieses Jahr viele Beiträge – die sich mitunter aber durchaus hören lassen können.  

Die 32-jährige Oceana bescherte uns schon vor zwei Jahren zur Europameisterschaft einen echten Ohrwurm. Ihr „Endless Summer“ lief in den Radios rauf und runter und brachte ihr die erste Goldene Schallplatte ein – und den Durchbruch in Deutschland. Jetzt meldet sich die Sängerin mit der Afrolook-Frisur zurück. Ihre neue Single „Everybody“ versucht ebenfalls mit Ohrwurm-Potential sowie lateinamerikanischen Klängen zu bestechen.

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Noch ein Comeback aus der Elbmetropole: Auch die Hamburger Hip-Hop-Urgesteine von Deichkind melden sich zurück. Zwei Jahre nach ihrem letzten Album „Befehl von ganz unten“ haben sie nun ihre neue Single „Ich habe eine Fahne“ veröffentlicht. Zur Unterstützung haben sie sich den Hamburger Rapper Das Bo mit ins Boot geholt und zusammen einen WM-Song der etwas anderen Art geschaffen. Denn obwohl es im Vorfeld auch gehörig Kritik an der Weltmeisterschaft hagelte, scheinen die Hamburger die einzigen zu sein, die genau darüber einen Song machen. In typischer Deichkind-Manier werden im Video unzählige Fotos aneinandergereiht, teilweise im animierten Panini-Bilder-Stil, und alle Themen angesprochen, die der WM einen faden Beigeschmack geben: Nationalismus, Homophobie, Sexismus, Korruption und so weiter. Wer Gefallen findet, der kann den Song sogar kostenlos auf der Homepage von Deichkind herunterladen.

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Auch König Boris, Dokter Renz und Björn Beton alias Fettes Brot wollen sich scheinbar nicht länger von schlechten WM-Songs berieseln lassen. „Da wir große Fußballfans sind, haben wir uns überlegt – was kann man tun? Lösung: selber einen schreiben!“, heißt es auf ihrem offiziellen Youtube-Channel. Dabei herausgekommen ist „Fußballgott“. Das dazugehörige Video zeigt die drei Musiker derweil noch in einem Schlauchboot auf der Elbe oder im Alten Elbtunnel, doch ein neuer Clip ist in Planung. Auf ihrer Homepage rufen sie Fans dazu auf, mit dem Smartphone eigene Sequenzen und die ganz persönliche Interpretation eines Fußballgottes zu filmen. Aus allen Einsendungen soll am Ende ein völlig neues Video entstehen.

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Bereits 2003 haben sich „Phrasenmäher“ aus Hamburg gegründet. Die Gruppe besteht aus den beiden Brüdern Jannis und Lenne sowie Martin, der seit 2009 als Schlagzeuger mit an Bord ist. Phrasenmäher haben ganz offiziell das längste Lied der Welt veröffentlicht. Den Guinness Weltrekord gab es für den Song „Zwei Jahre“, denn der ist eine Stunde, 30 Minuten und 10 Sekunden lang. Das Musikvideo hat Spielfilmlänge. Bei ihrem WM-Song „Unser Jahr“ haben sie diese rekordverdächtigen Längen nicht wiederholen können, doch er kann sich trotzdem sehen lassen. Das Trio verspricht einen „nostalgischen Ritt durch die Vergangenheit“.

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„Alles wird aus Hack gemacht“ – Dieser Songtitel mag dem einen oder anderen Internetnutzer sehr bekannt vorkommen. Sie stammt von Ralf „Ralle“ Petersen und Hack Norris aus Hamburg. 2012 wurden sie damit via YouTube bekannt, fanden damit nun auch schon öfter den Weg ins Fernsehen. Auch wenn Hackfleisch, ein Grill und die WM eigentlich prima zusammenpassen, haben sich die Zwei als WM-Song noch etwas Neues einfallen lassen. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, bestätigten sie auf Anfrage von shz.de. „Wir sind beide Fußballfans und wollten einen Song machen, wie ein WM-Song zu sein hat. Nicht so was wie Melanie Müller.“ Dabei herausgekommen ist das Lied „Einer von uns“.

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Mal ist er der Bruder von Denise, dann der Freund von Söhnke, manchmal heißt er auch Mozart oder Buddy Ogün. Wer in Wirklichkeit hinter diesen Kunstfiguren steckt, ist nicht bekannt, doch eins weiß man: Der Comedian wohnt in Eimsbüttel und hat zur WM 2014 ebenfallls einen Song aufgenommen. Nach seiner „Offiziellen EM Hymne 2012“ kommt nun die „Offizielle WM Hymne 2014“ von Mozart.

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Wer in Hamburg öfter mit dem Taxi unterwegs ist, der wird diese beiden Brüder mit Sicherheit kennen: Bharpoor und Jang Bahadur Singh-Bhangu, alias „Lovely und Monty“. Die indischen Kult-Taxifahrer sind echte Stimmungskanonen, mittlerweile auch im Fernsehen immer öfter zu sehen und können ohne Musik nicht leben. Deshalb produzieren sie neben dem Taxifahren auch seit einigen Jahren ihre eigenen Songs im Bollywood-Stil. Zur EM hatten sie es bereits mit „Oh Germany, we love you“ probiert und hier ist ihr neuester Streich zur diesjährigen WM in Brasilien – „Diesmal....!“.

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Kommen Sie auch aus Hamburg und haben einen Song mit Video zur WM 2014 aufgenommen? Dann schreiben Sie uns an onlineredaktion@shz.de oder über unsere Facebook-Seite.

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