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Musik : Veranstalter AEG weist Mitschuld an Jacksons Tod zurück

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Michael Jacksons Konzertveranstalter AEG Live hat den Vorwurf zurückgewiesen, den Sänger mit Druck vor der geplanten Tour in den Tod getrieben zu haben.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2013 | 15:07 Uhr

Jackson habe sein Leben vor dem Tod im Juni mit dem Narkosemittel Propofol wie beim «russischen Roulette» aufs Spiel gesetzt, erklärte der Anwalt von AEG Live vor dem Superior Court in Los Angeles.

Michael «hat schlechte Entscheidungen getroffen, die zu einer entsetzlichen Tragödie führten. Aber niemand anders als er selbst ist dafür verantwortlich», zitierte die «Los Angeles Times» am Donnerstag aus dem Schlussplädoyer des Verteidigers Marvin Putnam. Jackson hatte sich das Anästhesiemittel immer wieder gegen seine Schlaflosigkeit spritzen lassen. Er starb an einer Überdosis. Seine Mutter Catherine verlangt von dem Promoter Schadensersatz.

Gegen den Veranstalter spricht eine E-Mail des damaligen AEG-Chefs Paul Gangaware, die eine geplante Unterredung mit Jacksons Leibarzt Dr. Conrad Murray betrifft: «Wir wollen ihn (Murray) daran erinnern, dass AEG und nicht MJ (Michael Jackson) sein Gehalt bezahlt. Wir wollen, dass er versteht, was von ihm erwartet wird.» Ein entsprechendes Gespräch zwischen AEG und Dr. Murray habe aber nie stattgefunden, sagte der Verteidiger jetzt vor Gericht.

Dr. Murray sitzt wegen fahrlässiger Tötung des Popstars im Gefängnis. Eine Kernfrage des Zivilprozesses gegen AEG Live ist, wer den Arzt anheuerte. Der Veranstalter behauptet, nie einen Vertrag mit Dr. Murray abgeschlossen zu haben. Laut AEG hatte Jackson selbst seinen Leibarzt ausgewählt. Laut US-Medien gab es zwar einen Vertrag zwischen AEG und Dr. Murray. Er war aber bis zum Zeitpunkt von Jacksons Tod nur von dem Arzt unterzeichnet worden.

Nach dem Schlussplädoyer der Verteidigung durften sich die Anwälte von Katherine Jackson und den beiden älteren Kindern des Sängers noch einmal zu Wort melden. Wann mit einem Urteil zu rechnen ist, war zunächst nicht absehbar. Der Urteilsspruch braucht nur neun Stimmen der insgesamt zwölf Geschworenen. Er könnte schon in der nächsten Woche fallen.

Bericht der «Los Angeles Times»

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