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Musik : Teitur: Ambitioniertes aus dem hohen Norden

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Kunstlied statt Mitsing-Pop: Nein, ganz so weit geht der sympathische Singer/Songwriter Teitur dann doch nicht. Gleichwohl ist der Mann von den Färöern mit seinem fünften internationalen Album «Story Music» auf einem durchaus mutigen Weg.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2013 | 17:51 Uhr

Das Debüt «Poetry & Aeroplanes» (2003), der prächtige Nachfolger «Stay Under The Stars» (2006) und vor allem «Let The Dog Drive Home» (2011) stellten unter Beweis, dass Teitur Lassen (36) in der Lage ist, von der europäischen Pop-Peripherie in die Paul-Simon-Klasse aufzusteigen. Für «The Singer» (2008) erhielt er sogar den dänischen Grammy und begeisterte auf mehreren Europa-Tourneen ein stetig wachsendes Publikum.

Insofern ist das auf der heimischen Insel mit färöischen Musikern und Chorsängern zwischen 9 und 86 Jahren aufgenommene «Story Music» nicht ohne Risiko. Denn der mit einer charmanten Lispelstimme ausgestattete Teitur wendet sich diesmal von herkömmlichen Popsongs so weit ab wie nie zuvor, und nicht jedes Experiment gelingt.

Manche hübsche Idee bleibt skizzenhaft, so im tastenden «If You Wait» oder im zerfasernden Abschlusslied «Walking Up A Hill». Andererseits hat Teitur einige veritable Karriere-Highlights im Repertoire - virtuose Songs, die von Arrangements des legendären Van Dyke Parks («It's Not Funny Anymore») und des aufstrebenden jungen Komponisten Nico Muhly («Hopeful») zusätzlich geadelt werden.

Besonders «...Funny Anymore» würde man gern einmal in der Interpretation eines wirklich großen Sängers wie Paddy McAloon, Rufus Wainwright oder Richard Hawley hören. So entsteht der Eindruck, dass sich Teitur - bei all seinen hochfliegenden Ambitionen und der unbestreitbaren Klasse seiner Lieder - bisweilen etwas überhebt. Ein ganz besonderer Singer/Songwriter bleibt er aber allemal - nicht nur wegen seiner exotischen Herkunft aus dem hohen Norden Europas.

Konzerttermine: 25.10. Hamburg (Indra), 26.10. Berlin (Privatclub), 27.10. München (Ampere)

Website Teitur

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