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Musik : «Tap»: Pat Metheny spielt John Zorn

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Der da spielt, das ist zweifelsfrei Pat Metheny. Was gespielt wird, das ist John Zorn - der mittlerweile 20. Teil der zweiten Hälfte seines Mammutprojekts «Masada».

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erstellt am 14.Okt.2013 | 11:21 Uhr

Vor 20 Jahren begann John Zorn, von traditioneller jüdischer Musik inspiriert, Songs zu komponieren. Die 500 Stücke wurden als die beiden Bände «Masada Book of Songs» und «Masada Songbook Two - The Book of Angels» bekannt. John Zorns Projekt ist der Versuch, eine neue und radikale Form von jüdischer Musik zu entwickeln.

Das erste Buch nahm Zorn innerhalb von drei Monaten mit dem Masada-Ensemble auf. Von dem zweiten Buch wurden seit 2005 bislang 19 Alben als «The Book Of Angels» mit herausragenden Interpreten realisiert. Darunter finden sich Künstler wie das Masada String Trio, Uri Caine und Marc Ribot. Die Titel sind allesamt aus der hebräischen oder aramäischen Sprache, die Alben werden mit jüdischen religiösen Motiven verziert.

Und nun auch der ewig jugendliche Pat Metheny, der John Zorns Oeuvre bereits seit den 70ern verehrt. Es ist die erste Zusammenarbeit der beiden innovativen Künstler, die sich gegenseitig sehr schätzen. Für «Tap» wählte Metheny aus sechzehn von Zorn ausgewählten Stücken sechs aus, die er bearbeitete und seinem Instrumentarium anpasste (Gitarren, Synthesizer, Bass, Piano, Marimba und dem Musikroboter Orchestrion).

Metheny verwebt Zorns Kompositionen mit seiner eigenen Klangwelt aus den typischen kollossalen Klanggebirgen. Die unterschiedlichen Instrumente spielt der Vielkönner nahezu alle selbst - außer dem Schlagzeug, dort sitzt sein langjähriger Kollege Antonio Sanchez und trommelt.

Der Opener «Mastema» bezieht seine Dynamik aus präzise sich wiederholenden Mustern und Melodien mit komplizierten Rhythmen. Dem folgt in «Albim» eine weiches akustisches Stück mit folkloristischen Anklängen und Akustik-Gitarre. Osteuropäische jüdische Melodien werden bei «Tharsis» aufgenommen. «Sariel» ist voller Ideen und Überraschungen. Die Komposition trägt den Namen eines Erzengels, ebenso wie das folgende «Phanuel». «Hurmitz» schließt das Album mit einer instrumentalen Konversation zwischen Metheny und Sanchez an.

Mit seinem eingängigen Fusion-Sound nimmt Pat Metheny den Hörer wieder für sich ein. Er nutzt die Vorlagen von Zorn meisterlich und verleiht der Musik sonnige Töne, die es vermögen auch die mitunter dunklen und schattigen Noten des Komponisten zu erhellen.

Nonesuch Records

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