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Musik : Sorgenvolle Songs: Neues von Laura Veirs

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Der erste Track des neuen Album der amerikanischen Singer/Songwriterin Laura Veirs heißt «Sun Song». Aber man sollte sich nicht täuschen lassen: Eine Sommerplatte ist «Warp & Weft» auf keinen Fall.

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 10:27 Uhr

Das neunte Werk der 39-Jährigen aus Portland/Oregon handelt von Ängsten, von Gewalt und Krieg. Die Sängerin und Gitarristin war hochschwanger, als sie vor einigen Monaten die zwölf Songs aufnahm. Und die Sorge um ihre Kinder, das Wissen um die Zerbrechlichkeit des Glücks prägten Veirs' Stimmung - und letztlich auch diese neuen, sehr emotionalen Lieder.

Die Gitarren - ungewöhnlich oft elektrische - klingen auf «Warp & Weft» (Bella Union/Pias/Cooperative) teils rau und spröde, in «That Alice» lässt gar Neil Young aus der Ferne grüßen. Melancholie durchzieht Folksongs wie «Finster Saw The Angels» oder «Sadako Folding Cranes» mit einem hauchzarten Harfen-Arrangement. Befreundete Musiker wie Jim James (My Morning Jacket), KD Lang, Neko Case oder The Decemberists liefern feine Gastauftritte ab.

Gewohnt eindringlich klingt der helle Gesang von Laura Veirs, die mit Brille und unscheinbarem Outfit immer etwas verhuscht aussieht. Die Produktion von Tucker Martine - Veirs' Ehemann - ist erneut über alle Zweifel erhaben. Nur wenige Studiotüftler bekommen einen so filigran-transparenten und zugleich knackigen Sound zustande.

Insgesamt betritt Laura Veirs, die Mitte der Nuller-Jahre ihren Durchbruch in der US-Indie-Szene erlebte, sehr behutsam Neuland. «Warp & Weft» mag nicht die Breitenwirkung des neuen Werks der anderen, der britischen Folk-Laura (Marling) haben. Dafür klingt die Platte aber auch nicht so überambitioniert wie das einige Monaten zuvor erschienene Album der blonden Engländerin.

Website Laura Veirs

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