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Musik : Scharfe Soul-Sause: King Khan & The Shrines

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Seichte Schönsingerei ist nicht die Sache von Arish Ahmad Khan, der unter dem Bandnamen King Khan & The Shrines den Soul zu seinen Wurzeln zurückführt. Und es tut verdammt gut, diese Musik mal wieder so verschwitzt und urwüchsig zu hören.

Da wird lauthals geröhrt, geknödelt und gelegentlich im Falsett geschmachtet («Darkness»), dass es nur so eine Art hat. Der Kanadier mit indischen Wurzeln erinnert auf seinem tollen neuen Album «Idle No More» (Merge/Cargo) an eine Ära, als Otis Redding, Wilson Pickett oder Bobby Womack Soul nicht nur sangen, sondern auch lebten.

Und er mischt - auch darin den viel berühmteren Black Keys nicht unähnlich - eine gesunde Prise Psychedelic- und Garagenrock in das scharfe Gebräu, etwa im Opener «Born To Die» mit wilden Wahwah-Gitarren und einem völlig losgelösten Sax-Solo. Auch die Rolling Stones der 60er oder The Animals werden mit Augenzwinkern zitiert («Bite My Tongue», «Thorn In Her Pride»).

Dass der in Montreal geborene King Khan diese Wiederbelebung eher mit Leidenschaft und Unverfrorenheit angeht als mit Virtuosität und Rafinesse, macht die Sache nur besser. Auch die allgegenwärtigen Bläsersätze klingen hier nicht edel arrangiert, sondern spontan und treibend.

Die Background-Sängerinnen hinter Khans furchtloser Südstaaten-Soul-Performance haben hörbar ihren Spaß, Gitarren und Orgel dürfen auch mal verstimmt quengeln. Gern möchte man sich einige der zwölf Songperlen - allen voran das irrwitzig groovende «I Got Made» - als Teil eines Tarantino-Soundtracks vorstellen. Und diese Band in einem kleinen Club mal live sehen. Bestimmt ein Riesenspaß.

Website King Khan

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erstellt am 17.Sep.2013 | 12:47 Uhr

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