Musik : Robert Glasper dreht wieder das «Black Radio» auf

Mit «Black Radio 2» geht Robert Glasper seinen Weg konsequent weiter.  Mike Schreiber
Mit «Black Radio 2» geht Robert Glasper seinen Weg konsequent weiter.  Mike Schreiber

Robert Glasper will weg vom Traditionellen. Es geht ihm aber nicht darum, klassischen Jazz abzuwerten. Vielmehr möchte er darauf aufbauen. Dabei sucht der 35-Jährige neue Maxime, die die afro-amerikanische Individualität in zeitgenössischer Musik widerspiegelt.

shz.de von
04. November 2013, 14:17 Uhr

Schon beim Vorgänger «Black Radio» (Blue Note Records) machte er vom Arrangement bis zur Produktion alles richtig. Nun ist ihm mit «Black Radio 2» (auch Blue Note Records) wieder eine wunderbare Mischung aus Jazz, Hip-Hop, Soul und R&B gelungen.

Für die zwölf Titel konnte er Sänger und Rapper wie Dwele, Common, Anthony Hamilton, Faith Evans, Norah Jones und Emeli Sandé gewinnen. Dazu spielen Derrick Hodge Bass, Mark Colenburg Schlagzeug, Casey Benjamin Vocoder und Saxophon. Glasper selbst übernimmt die Piano- und Keyboardparts. Produziert hat er das Album mit Executive Producer Nicole Hegeman und Eli Wolf.

Der Opener der Scheibe ist ein erfrischendes «Baby Tonight», gefolgt von «I Stand Alone» (Feat. Common und Patrick Stump). Der Song ist eine Art Philosophie-Kurzvortrag über «geisttötende Gleichheit» schnelllebiger und austauschbarer Musik. In «What Are We Doing»(Feat. Brandy) geht es um die vergebliche Liebe. Mädchenhaft leicht klingt Jill Scott in «Calls». Die Freude darüber, dass «du immer meine Anrufe beantwortest» singt sie genauso humorvoll wie die Frage «nur wenn es darum geht, mich zu lieben, antwortest Du nicht».

Wie belastbar ist Liebe und Freundschaft, wie findet sich verlorenes Vertrauen wieder? Darum geht es im Titel «Trust» (Feat. Marsha Ambrosius). Snoop Dogg und Lupe Fiasco rappen in «Persevere» darüber, in einer schnelllebigen, mitunter kaum noch zu verstehenden Welt Widerstand zu leisten und durchzuhalten.

Lalah Hathaway singt sehr bewegend Stevie Wonders «Jesus Children Of America». Dieser Song ist den Opfern des Amoklaufs an der Sandy Hook Elementary School in Newtown (Connecticut) vom 14. Dezember 2012 gewidmet. 20 Kinder waren damals getötet worden. Unterstützt wird Hathaway von Dichter Malcolm-Jamal Warner, der eine Hommage an die Opfer geschrieben hat, die er unglaublich emotional präsentiert.

Website Robert Glasper

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