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Musik : Mut und Liebe: «The Blessed Unrest» von Sara Bareilles

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Nur Jay-Z hat es mit seinem Album «Magna Carta... Holy Grail» verhindert, dass Sara Bareilles (33), die nicht selten in einem Atemzug mit Carole King oder Norah Jones genannt wird, mit «The Blessed Unrest» auf Platz eins der Billboard-Charts landete.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 12:03 Uhr

Nach ihrem Hit-Album «Kaleidoscope Heart» (2010) hat die Singer-Songwriterin einige Zeit verstreichen lassen, untätig aber war Sara Bareilles nicht. Als Jurorin der Show «The Sing-Off» bewertete sie A-capella-Gruppen im Wettstreit, und in ihrem Dokumentarfilm «A Trace of the Sun: Volunteering in Japan» zeigt sie ihr Engagement in Japan nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im Jahr 2011.

Nun also «The Blessed Unrest»: Nach eigenem Bekunden hat Sara Bareilles sich hier all ihren Ängsten gestellt, um schließlich gestärkt aus den Krisen hervorzugehen. Verpackt hat sie ihre Aufarbeitung mit zurückhaltenden Beats, Streichern, Piano und gelegentlichen Bläsereinsätzen. Resultat: Eingängiger Pop für die Charts und zarte Balladen mit einem kräftigen Schuss Melancholie.

Der Opener «Brave» (Mutig, tapfer), der gerne auch mal mit Katy Perrys «Roar» verglichen wird, ist eine flotte Uptempo-Pop-Nummer, die ganz offensichtlich mit Blick auf die Charts produziert worden ist. Der Text ist aber alles andere als leichtgewichtig. Sie sei von einer Freundin inspiriert worden, meint Sara Bareilles, die extreme Schwierigkeiten mit ihrem Coming-out gehabt hätte. «Sag, was du sagen willst», singt sie auffordernd.

Inzwischen ist daraus sogar eine kleine Kampagne geworden. Fans können ihre eigenen «Brave»-Geschichten über Twitter oder Instagram mitteilen, die dann auf der Website von Sara Bareilles erscheinen.

Ihre ganze Klasse aber spielt Sara Bareilles erst nach «Brave» aus. Ihr großes Kapital ist neben ihrem einfühlsamen Pianospiel ihre Stimme, mit der sie die ganze Skala der Emotionen durchmisst. Mal klingt sie kraftvoll, dann wieder sinnlich-verspielt, mal ist sie kämpferisch, dann wieder melancholisch.

Eins der wohl schönsten Lieder von «The Blessed Unrest» hat Sara Bareilles ihrer neuen Wahlheimat New York gewidmet. Sanfte Pianoklänge leiten das traurige Liebeslied «Manhattan» ein, verhaltene Bläser schleichen sich ein und die Stimme nimmt langsam an Dramatik zu. «Du kannst Manhattan haben, weil ich dich nicht haben kann», singt Sara Bareilles über die unmögliche Liebe.

Unglückliche Liebeslieder hat Sara Bareilles eine Menge im Programm, aber natürlich gibt es auch Lichtblicke: In «I Choose You» ist von einem lebenslangen Liebesbrief die Rede - und das Cello darf nicht fehlen.

Website Sara Bareilles

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