zur Navigation springen

Musik : Mister and Mississippi: In Musik eine Eins

vom

Popakademien haben sich inzwischen als verheißungsvoller Tummelplatz für Talente, als kreativer Spielplatz, Netzwerk-Labor und Sprungbrett erwiesen. Und wenn manchmal alles passt, kann Größeres entstehen.

Bei der niederländischen Band Mister and Mississippi, die auf der Herman Brood Academie zusammenfand, hat alles gepasst. In einem Kurs sollten die vier Bandmitglieder einige Songs schreiben, die in der Akademie gleich bestens ankamen. Zum Abschluss gab es die Höchstnote und Mister and Mississippi waren geboren.

Das momentane Folk-Revival, das mit Bands wie Fleet Foxes oder Bon Iver verbunden ist, hat auch bei Mister and Mississippi seinen Niederschlag gefunden, die selbst ein bisschen so aussehen, als seien sie just den 60er Jahren entsprungen und hätten von dort eine Menge Musik mitgebracht, die ihnen Crosby, Stills Nash & Young mit ins Gepäck gelegt haben. In ihre mit reichlich Harmoniegesang verzierten Songs aber mischt das Quartett noch eine gehörige Portion Pop und Rock.

Gleich im Opener «Hollow The Sun» zeigen die Newcomer ihre ganze Finesse und Vielschichtigkeit. Nach einem getragenen Intro verschärfen die Drums das Tempo, Harmoniegesang setzt ein, bei dem sich die Stimmen von Samgar Lemuël Jacobs und Maxime Barlag wunderbar weich ergänzen. Und dann ziehen Mister and Mississippi nach einem kurzem Moment des Innehaltens die Spannung dramatisch nach oben bis zur Erlösung.

Das alles ist sehr kunstvoll arrangiert und geht dabei auch noch wunderbar ins Ohr. Keine Frage, Mister and Mississippi haben Sinn für vielschichtige Melodien. Und auch wenn sich die E-Gitarren hin und wieder prominent in den Vordergrund drängen, sind die Niederländer doch eher Vertreter der leiseren und entspannteren Töne mit viel Sinn für Rhythmus und einer leicht sphärischen Entrücktheit.

Eine Woche haben Mister and Mississippi für das Album gebraucht, das sie live in einer Kirche eingespielt haben. Ihr Song «See Me» übersetzt das mit seiner sakralen Feierlichkeit perfekt. Und hört man da nicht glatt ein bisschen Moody Blues durch? Auf einen französischen Rummelplatz hat es sie mit «Bon Vivant» verschlagen.

Mister and Mississippi haben Spaß an der Abwechslung und geben ihren Songs mit dem einfühlsamen Harmoniegesang eine eigene Handschrift. Mit ihren Indie-Folk-Pop-Liedern kann man wunderbar auf Entdeckungsreise gehen.

Eine kleine Tour durch Deutschland haben Mister and Mississippi gerade hinter sich. Am 26. und 27. September treten sie noch beim Reeperbahnfestival in Hamburg auf.

Website Mister and Mississippi

zur Startseite

von
erstellt am 26.Sep.2013 | 16:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen