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Musik : Mike Kinsella alias Owen: Stiller Typ, schöne Songs

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Er ist einer der Stillen im Lande: Mike Kinsella, Singer/Songwriter und Multi-Instrumentalist aus Chicago, hat schon in vielen Bands mitgemischt und veröffentlicht seit gut zehn Jahren unter dem Projektnamen Owen ein schönes Album nach dem anderen.

«L'Ami Du Peuple» (Polyvinyl/Cargo) macht da keine Ausnahme. Auch diese Platte ist - wie der Titel schon andeutet - ein echter «Menschenfreund» mit zarten Indie-Popsongs, die Kinsella wieder fast komplett solo eingespielt hat. Die für Owen gern bemühte Charakterisierung «Emo» trifft nur bedingt zu - im Grunde sind dies typisch amerikanische, liebevoll arrangierte Piano- und Gitarrenfolk-Stücke voller Seele, von Kinsellas Netter-Junge-Stimme gefühlvoll gesungen. Thematisch geht es vor allem um die Familie - der 36-Jährige ist zweifacher Vater und hat einiges zu erzählen.

Man mag Softie-Bands wie The Pernice Brothers, Death Cab For Cutie oder Iron & Wine heraushören, auch der Vergleich mit Songwritern wie Elliott Smith oder dem wunderbare Paul Hayden Desser (alias Hayden) zielt nicht weit daneben. Wenn das Label in den Gitarrensounds des neuen Albums eine «Würdigung des Hair-Metals der 80er Jahre» und überhaupt jede Menge Neuland erkennt, dann muss man sich freilich ein wenig wundern.

Nein, «L'Ami Du Peuple» vereint in 40 kurzweiligen Minuten - wie übrigens schon der Vorgänger «Ghost Town» (2011) - zehn anmutige Owen-Lieder ohne Schnickschnack und überflüssigen Ballast. Damit wird Mike Kinsella wohl einer der unbekannteren Top-Songwriter der US-Szene bleiben - und einer der Stillen im Lande. Vermutlich will er es auch gar nicht anders.

Website Owen

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erstellt am 19.Aug.2013 | 00:19 Uhr

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