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Musik : Mark Lanegan zelebriert Songs aus fremder Feder

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Sein Reibeisenorgan veredelt sogar Countryschnulzen von anno dunnemals: Mark Lanegan ist nicht nur ein großer Songwriter, sondern auch als Interpret von obskurem Fremdmaterial ein As. Wie seine neue Platte nicht zum ersten Mal beweist.

Bereits 1999 hatte der Ex-Frontmann der Grunge-Band Screaming Trees mit «I'll Take Care Of You» ein ungewöhnliches Cover-Album eingespielt. Nach diversen Solowerken, Gastauftritten und Kollaborationen - unter anderem mit den Alternative-Rockern Queens Of The Stone Age oder der schönen Isobel Campbell - veröffentlicht er nun erneut eine Sammlung von zwölf Songs aus fremder Feder.

Auf «Imitations» (Heavenly/Pias/Cooperative) nimmt sich der Amerikaner mit der verwitterten Bluesstimme Lieder vor, die man mit klassischen Croonern wie Frank Sinatra, Dean Martin und Perry Como verbindet. Aber auch moderne Düstermänner wie Nick Cave («Brompton Oratory») oder John Cale («I'm Not The Loving Kind»), einen James-Bond-Titelsong («You Only Live Twice») und «Mack The Knife» von Brecht/Weill interpretiert Lanegan zu meist minimalistischer Akustik- Instrumentierung, gelegentlich aber auch streichersattem Sound.

«Schon lange wollte ich eine Platte machen, die mir das Gefühl dieser alten Scheiben (meiner Eltern) vermittelt», sagt der 48-Jährige. Eine gute Idee - man hört der mal rauen, mal zärtlichen Performance des Mark Lanegan auch bei diesen Liedern gern zu. Selbst Schnulzen wie «She's Gone» oder «Solitaire» rettet der Sänger mit seinem unverwechselbar schmirgelnden Bariton.

Fazit: «Imitations» fehlt zwar die Originalität von Lanegan-Alben mit eigenen Songs, diese Platte gehört aber gerade wegen der liebevollen Aneignung selten gehörter Fremdkompositionen zu seinen schönsten.

Tourdaten: 25.10. Berlin - Passionskirche, 11.11. Köln - Kulturkirche, 12.11. Hamburg - Mojo

Website Mark Lanegan

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erstellt am 18.Sep.2013 | 08:07 Uhr

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