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Musik : Kevin ist wieder da: Neues Album der Backstreet Boys

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Es ist schon ein seltsames Phänomen: Wann immer die Backstreet Boys auf Tour gehen, ein neues Album herausbringen oder sonst irgendetwas von sich hören lassen, ist von Comeback die Rede.

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 08:07 Uhr

Gut, die Zeile «Backstreet's Back» aus einem ihrer bekanntesten Lieder bietet sich auch wirklich an. Dabei war die Band doch eigentlich nie wirklich weg. Seit ihrer Gründung vor 20 Jahren bringt sie in schöner Unregelmäßigkeit neue Alben auf den Markt und geht auf Tournee - zuletzt mit der ebenfalls in die Jahre gekommenen Boyband New Kids On The Block.

Jetzt aber gibt es für die Fans der ersten Stunde tatsächlich einen Grund zu feiern: Nach Jahren der Abstinenz ist Kevin Richardson zurückgekehrt und die Backstreet Boys bringen nun eine neue Platte heraus, die erste in Originalbesetzung seit 2005. «Backstreet's Back» - jetzt kann man's ja sagen.

«In A World Like This» heißt das erste Studio-Album seit vier Jahren, es ist auch der Titel der neuen Single. Die ist ein Lied, wie man es von den Backstreet Boys erwarten würde: temporeich, eingängige Melodie, ein Lied, das auch der Spätphase von Take That entsprungen sein könnte. Gleiches gilt auch für den Liebeskummer-Fetzen «Permanent Stain», der ziemlich nach zweiter Single klingt. Promoten wollen die Fünf ihr neues Werk unter anderem mit einem Auftritt bei «Gute Zeiten, Schlechte Zeiten».

Doch, Überraschung, das neue Album hat noch sehr viel mehr zu bieten als die typischen Rhythmen alternder Boybands. Lieder wie «Breath» oder «Show'Em» versprühen sowohl musikalisch als auch textlich einen Tick mehr Ernsthaftigkeit und mit Songs wie «Madeleine» schlägt die Band völlig neue Töne an, die ihr sehr gut zu Gesicht stehen. Es ist das wohl beeindruckendste Stück auf der Platte, in Singer-Songwriter-Manier mit Akustik-Gitarre und einem Nick Carter, der besser singt als wohl jemals zuvor.

Wenn er einmal 18 Jahre alt wird, dann nennen wir uns «Backstreet Men». Diesen Scherz machten die Mitglieder der Band jahrelang immer wieder. Heute ist Carter 33 und der einzige Backstreet Boy, der noch keine Familie gegründet hat. Doch auch der Jüngste, den das Schicksal vieler Kinderstars zu ereilen drohte, als er vor einigen Jahren mit einer turbulenten Beziehung zu Paris Hilton sowie Drogen- und Alkoholskandalen Schlagzeilen machte, ist inzwischen auf dem Weg in den Ehehafen. Er hat sich - auf einem romantischen Bootstrip, wie man hört - Anfang des Jahres mit seiner langjährigen Freundin Lauren verlobt. Seufz.

Kaum zu glauben, dass es schon 20 Jahre her ist, dass die Band von dem später sehr umstrittenen Lou Pearlman am 20. April 1993 in Florida aus der Retorte gehoben wurde. Das Erfolgsrezept war so einfach wie durchschlagend: Fünf gut und sehr unterschiedliche aussehende junge Männer singen Party-Songs und kitschige Schnulzen und machen sich die weibliche Fan-Welt mit Liedern wie «I'll Never Break Your Heart», «Quit Playin' Games» oder «Everybody - Backstreet's Back» untertan.

Mit mehr als 130 Millionen verkauften Alben sind sie nach Angaben ihrer Plattenfirma die weltweit erfolgreichste Boyband der Geschichte - ja, sogar erfolgreicher als Take That.

Seit Jahren, Jahrzehnten fast, betonen Carter, Brian Littrell, AJ McLean und Howie Dorough immer wieder, erwachsen geworden zu sein, und, wie das ehemalige Teenie-Stars immer so sagen, musikalisch gereift. Mit «In A World Like This» haben sie nach der Rückkehr von Richardson zumindest einen großen Schritt in die Richtung gemacht. «Wir sind wahrscheinlich stärker als jemals zuvor», sagt Carter im Interview mit dpa. «Wir haben so viel gesehen und so viel gelernt. Und darum sind wir die Gruppe, die wir jetzt sind: stärkere Musiker und bessere Freunde.»

Website Backstreet Boys

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