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Musik : Katie Melua: Sanft-romantische Liebesballaden

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Katie Melua (29) wird gerne eingeladen: Ob «Verstehen Sie Spaß», Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises oder «Wetten, dass..?» - die britisch-georgische Sängerin ist mit ihren romantisch-melancholischen Balladen ein willkommener Show-Gast in Deutschland.

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erstellt am 24.Sep.2013 | 13:47 Uhr

Und sie scheint auch gerne zu kommen: «Ich mag generell, wie freundlich die Deutschen sind. Es ist immer schön, hier zu sein», sagte sie der Münchner «Abendzeitung». Das liegt sicherlich auch an ihrem Erfolg: In den letzten zehn Jahren waren ihre Alben über 360 Wochen in den deutschen Charts vertreten. Damit hat sie sich einen Top-Ten-Platz der erfolgreichsten Künstler gesichert.

Während Katie Melua bei ihrem letzten Album «Secret Symphony», das schwelgerisch mit großem Orchester eingespielt wurde, vornehmlich auf Fremdkompositionen zurückgriff, hat sie für «Ketevan» - Katies eigentlicher Vorname war hier titelgebend - wieder vermehrt selbst zur Feder gegriffen - dabei wie gewohnt unterstützt von ihrem Entdecker, Förderer und Manager Mike Batt.

In England ist «Ketevan» bereits erfolgreich gestartet: «Ketevan ist mein sechstes Top-Ten-Album in Folge», schrieb sie kürzlich beim Kurznachrichtendienst Twitter. «Ich fühle mich glücklich, aber auch ein bisschen alt.» Dabei ist Katie Melua gerade mal 29, immerhin aber auch schon ziemlich genau zehn Jahre im Geschäft.

Ein tosendes Meer hat sie sich für das Cover-Artwork ausgesucht, aber wild und stürmisch geht es bei Katie Melua nicht zu. Manch emotionale Krise wartet zwar auf ihre Song-HeldenInnen, aber das Drama zerbrochener Herzen und zerbröselter Liebe wird durch sanfte Klangwellen weich abgefedert. Katie Meluas Lieder haben etwas Tröstliches, auch wenn sie Trauer in sich tragen.

Dabei geht es der Sängerin persönlich ziemlich gut. Vor einem Jahr hat sie den britische Motorradrennfahrer James Toseland geheiratet. «Ich wusste, dass ich den Rest meines Lebens mit ihm verbringen will, da er meine Obsession mit Arbeit und Musik komplett verstand», sagte Melua dem Magazin «Bunte».

Schmerzvoll zu verhaltenen Pianoklängen mit feinem Geigenteppich eröffnet Katie Melua mit «Never Felt Less Like Dancing» ihr sechste Album, das ganz auf Emotionen und ein verschlepptes Tempo setzt. Bei «Love Is A Silent Thief» zieht Katie Melua mit einschneidenden Bläsersätzen zwar mal das Tempo ein wenig an, das aber ist eher die Ausnahme.

Gewidmet hat sie dieses schmerzhafte Lied über die Qual der Liebe dem georgisch/armenischen Regisseur Sergei Parajanov (1924-1990). Ein eigenwilliger Filmemacher, der in der Sowjetunion mit seinen Filmen und seinem Lebensstil immer wieder aneckte. Fellini und Bertolucci waren große Bewunderer des Künstlers, der bald in Vergessenheit geriet. Aber nicht nur Katie Melua erinnert an ihn. Die Ukraine schickt das Biopic «Parajanov» ins Oscar-Rennen 2014.

«Ketevan» - das ist offenbar auch eine emotionale Rückkehr zu ihren Wurzeln. Katie Melua wurde im georgischen Kutaissi als Tochter eines Herzchirurgen geboren und wuchs in Tiflis auf. Sie lebte dort mit ihren Eltern, Onkeln, Tanten und Cousins zusammen unter einem Dach. Auch in Moskau verbrachte Melua einen Teil ihrer Kindheit. 1993 zog sie mit ihren Eltern nach Belfast in Nordirland und 1997 nach Südengland.

Privat hat Katie Melua Neuland betreten und sich in das Abenteuer Ehe gestürzt, musikalisch aber bleibt sie sich treu. Pop, Blues, Folk und Jazz sind auch weiterhin die Einflüsse der 29-Jährigen, die daraus sanft-romantische Liebesballaden macht. Und mit «Mad, Mad Men» und «Chase Me» empfiehlt sich Katie Melua gar für Las Vegas.

Website Katie Melua

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