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Musik : Earth, Wind & Fire: Bläser, Falsett und gute Laune

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Man muss ja nicht gleich bunte Glitzerhemden anziehen, wenn man «Now, Then & Forever» einlegt. Aber die neue Platte von Earth, Wind & Fire klingt sofort nach dem Stil der siebziger Jahre.

Genauer gesagt nach dem EWF-Stil der Siebziger: markante Bläser, der Falsett-Gesang von Philip Bailey und schnelle Takte, die an alte Disco-Zeiten erinnern: Earth, Wind & Fire haben sich nicht neu erfunden. Sie bleiben sich einfach treu.

«Jeder sollte doch machen, was er am besten kann», sagt Verdine White treuherzig. «Und wir können nun mal am besten diese Musik und haben auch noch Spaß dabei. Richtig viel Spaß sogar», sagt der Bassist der Kultband. Immerhin: Diese Musik hat der Band nicht nur sechs Grammys, sondern auch einen Platz in der Rock and Roll Hall of Fame eingebracht.

Seit 1969 gibt es «EWF». Die Zahl der ehemaligen Bandmitglieder geht inzwischen in die Dutzende, aber der harte Kern ist ebenso geblieben wie der eigene Stil: Die Bläser müssen immer mit dabei sein, um der Musik fanfarenhaft nicht nur Größe, sondern auch Schwung zu geben. Der Gesang von Bailey wurde oft kopiert, doch original ist er nur bei Earth, Wind & Fire. Und wer bei diesen Klängen nicht zumindest mit dem Fuß mitwippt, muss wohl überzeugter Nichttänzer sein.

Genau so klingt auch das neue Album. «Now, Then & Forever» weicht hier und dort mal ein klein wenig vom Weg ab. Wird sogar mal etwas brasilianisch. Doch im Grunde sagt die Platte: «Hey, lasst uns eine Party feiern, so fröhlich und unschuldig wie in den Siebzigern.»

White ist 62, andere Menschen seines Jahrgangs sind oft schon Rentner und hören vielleicht Musik statt sie zu machen. Nicht White. Der Bruder des Bandgründers fegt noch immer wie ein Wirbelwind über die Bühne und malträtiert seine Bassgitarre, als wolle er ihr Böses. Dabei will er nur ihr Bestes, nämlich die bestmögliche Musik aus ihr herausholen. Das klappt noch, auch mit 62.

Wird «EWF» mit «Now, Then & Forever» wieder an alte Erfolge anknüpfen können? An die ganz großen wohl kaum, aber die Amerikaner haben immer noch, überall auf der Welt, eine treue Fangemeinde. Und zuweilen sind auch ein paar Teenager dabei, deren Eltern zur Zeit der Bandgründung noch gar nicht geboren waren.

Website Warth, Wind & Fire

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erstellt am 20.Sep.2013 | 08:07 Uhr

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