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Musik : Dylan war gestern: Julia A. Noacks Feingeist-Pop

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Huch, was ist denn jetzt passiert? Der Opener des neuen Albums der Berlinerin Julia A. Noack verstört mit E-Gitarren und Groove. Singer/Songwriter war gestern, Rock ist heute - so scheint die Devise zu sein.

Was sich auf «Want/Be» andeutet, bestätigt sich in den nächsten Songs des dritten Noack-Werks «The Feast» (Timezone). Die 38-Jährige hat ihre Vergangenheit als Folk-Lady hinter sich gelassen, weil - wie ihr Label andeutet - «das Korsett eines Genres zu eng geworden» sei.

Gleichwohl sagt Julia Noack, sie wäre «gern noch mutiger» gewesen. Was das bedeutet hätte, kann man sich nur schemenhaft vorstellen. Denn auch so ist der Weg zu einem rhythmisch grundierten, melodischen Indie-Pop in der Nähe von Aimee Mann oder Chan Marshall (Cat Power) mehr als beachtlich.

Nicht nur Sound und Arrangements, auch die helle, sympathische Stimme der gebürtigen Rheinländerin lässt solche hoch gegriffenen Vergleiche zu. Das war schon beim Debüt «Piles & Pieces» (2007) und beim Nachfolger «69,9» (2010) so, obwohl beide Platten noch mehr nach Folk als nach Pop klangen.

Basis für Noacks ambitionierte Musik war eine denkwürdige Begegnung vor zehn Jahren, als die junge Frau den Singer/Songwriter-Gottvater Bob Dylan vor seinem Hotel einfach mal ansprach - um dann unverhofft mit ihm einige Lieder zu spielen. Noch heute bekommt sie einen Backstage-Pass, wenn Dylan durch Deutschland tourt.

Zurück zu «The Feast»: Das vom Österreicher Alexander Nefzger schön transparent produzierte Album ist zwar rockiger als die Vorgänger. Aber auf feinfühlige Gitarrenfolk-Songs muss der Fan dennoch nicht ganz verzichten («Summer, Something»).

Und ein mit Mellotron aufgerüschter Popsong wie «Designer Drug» oder das orgeldurchwehte, bläserverstärkte «Matter Of Me» hätten gewiss auch die schon erwähnten großen Songwriter-Damen Mann und Marshall mit einigem Stolz erfüllt. Reife Leistung!

Tourdaten: 17.09.2013 Hamburg - Knust, 21.09.2013 Magdeburg - Moritzhof, 10.10.2013 Berlin - Maschinenhaus, 31.10.2013 Haldern - Haldern Pop Bar, 01.11.2013 Witten - Werkstadt, 03.11.2013 Köln - Lichtung, 04.11.2013 Aachen - Domkeller

Website Julia A. Noack

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erstellt am 16.Sep.2013 | 14:53 Uhr

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