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Musik : Compilation 40 Jahre Virgin Records

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Sie waren die bösen Buben des Königreichs, ungezügelt, ungehemmt und gehasst - die Sex Pistols, die in England eine Zeitlang wie die Staatsfeinde Nummer eins behandelt wurden. Und dennoch buhlten etliche Platenfirmen um Johnny Rotten und Co, die nach einer wahren Odyssee schließlich bei Virgin Records landen sollten.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 19:11 Uhr

Nachdem die Punk-Band bei EMI unterschrieben hatte und den Klassiker «Anarchy In The UK» veröffentlichte, flogen sie nach einem flegelhaften Live-Interview gleich wieder raus. Nachdem sie kurzfristig bei A&M landeten - und dabei jedesmal einen dicken Vorschuss einkassiert hatten, erhielt schließlich Richard Branson mit seinem Label Virgin den Zuschlag.

Und der hatte wieder einmal die richtige Nase für ein einträgliches Geschäft - und keine Berührungsängste. Punktlich zum Thromjubiläum erschien das skandalträchtige «God Save The Queen», das Nummer-Eins-Album «Never Mind The Bollocks» (1977) sollte noch folgen, dann waren die Sex Pistols Geschichte. Für Virgin aber hatte sich der Deal gelohnt.

Das Plattenlabel Virgin hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die jetzt auf der 3-CD-Compilation «Virgin Records - 40 Years of Disruptions» in großen Zügen nacherzählt wird. Ein Label, das sich keinem Trend verschloss und nicht selten Trends befeuerte. Und dabei jede Menge hochkarätiger Künstler unter Vertrag hatte und hat.

Die Erfolgsgeschichte des Labels begann mit dem introvertierten Eigenbrötler Mike Oldfield, der Richard Bransons kleines Label mit «Tubular Bells» (1973) groß machen sollte. Oldfield hatte ein Instrumentalwerk von zeitloser Schönheit zwischen Pop und Klassik geschaffen, das voller Spannung und gewitzter Ideen steckt - und sogar für Horrorfilme taugt. Die Eröffnungspassage des Albums wurde für den Klassiker «Der Exorzist» (1973) verwendet, in dem ein kleines Mädchen mit obszönen Ausdrücken um sich wirft, grüne Flüssigkeit speit und seine Umgebung in Angst und Schrecken versetzt.

Mit Mike Oldfield und den Sex Pistols startet die Zeitreise der Virgin-Compilation, auf der Phil Collins («In The Air Tonight») ebenso seinen Platz findet, wie die Trip-Hop-Heroen Massive Attack («Unfinished Sympathy») oder die Girl-Power der Spice Girls («Wannabe»). Dazu: Air, Daft Punk, The Verve, Lenny Kravitz, David Guetta, Emeli Sandé und, und, und... Auf der dritten CD covern Künstler wie Bastille, KT Tunstall oder Corinne Bailey Rae Klassiker des Labels.

Im Jahr 1970 hatte Richard Branson einen Versandhandel für Billig-Schallplatten gegründet und ihn «Virgin» (englisch für Jungfrau) genannt - als Ausdruck seiner unternehmerischen Unerfahrenheit. Der Startschuss für sein Schallplatten-Unternehmen.

1984 hatte der Selfmademan und Abenteurer ein Virgin-Imperium mit rund 50 Firmen aufgebaut. Sie produzieren unter anderem Filme und Videos, organisieren Nachtclubs, verkaufen Bücher, Reisen oder Immobilien. Dazu kam die Billig-Fluggesellschaft «Virgin Atlantic Airways». 1992 verkaufte Branson sein erstes Unternehmen Virgin Records überraschend an EMI. Welch eine Ironie für die Sex Pistols.

Virgin Records

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