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Musik : Baptiste Giabiconi: Von der Muse zum Musiker

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Dunkelbraune Augen, Dreitagebart, ein Lächeln, bei dem Frauen dahinschmelzen: Baptiste Giabiconi ist zurzeit eines der bestbezahlten Männermodels.

Als ihn Modezar Karl Lagerfeld 2009 entdeckte, war Baptiste 19 Jahre alt und arbeitete in einer Fabrik in Marseille am Fließband. Lagerfeld nahm den jungen Mann unter seine Fittiche, fotografierte ihn mal nackt, mal halbnackt für seine Fotobände, machte ihn zum Gesicht von Dior, Chanel und Armani. Seitdem hat der Franzose den Stempel als Lagerfeld-Muse weg. Dass er viel lieber auf eigenen Beinen steht, beweist der 23-Jährige mit seinem Entschluss, eine Karriere als Musiker zu starten. Jetzt ist sein Debütalbum «Oxygen» erschienen.

«Kann der das überhaupt oder sollte er nicht besser auf dem Laufsteg bleiben?» - Baptiste Giabiconi musste viele Kritiker und Skeptiker in seinem Heimatland überzeugen, als er sein Album dort im vergangenen Jahr vorstellte. Die Verkaufszahlen sprachen aber für sich, der Franzose bekam für sein Debüt gleich Gold: «Es gibt nicht viele französische Künstler, die auf Englisch singen, direkt 80 000 Alben verkaufen und auf Platz eins der Charts steigen», erklärte Giabiconi der Nachrichtenagentur dpa.

Und in der Tat: Bei einem kurzen Unplugged-Auftritt in einem Berliner Hotel zeigte das Model, dass es nicht nur einen gut gebauten Körper, sondern auch eine angenehme Stimme hat. Die Idee, eine zweite Karriere zu starten, kam schließlich nicht über Nacht. Schon als Jugendlicher gründete er mit Freunden in Marseille eine Band: Er sei leidenschaftlicher Musiker seit seinem 16. Lebensjahr. «Damals habe ich Musiker wie die Beatles oder David Bowie entdeckt. Sie haben mir Lust gemacht, Musik zu machen und zu schreiben», sagte Giabiconi.

Das Album «Oxygen» ist ein Mix aus Pop, Rock und Elektroelementen, bei dem der Männermodel-Musiker das ein oder andere mal Unterstützung erfährt: bei der Dance-Nummer «Unfixable» von Rapper J2k oder beim tanzbaren Duett «This Ain't Love» mit Tania Foster. Die meisten Songs sind gut hörbar, sie sind sich allerdings musikalisch sehr ähnlich. Da ist es schon eine schöne Abwechslung, den 23-Jährigen mal in seiner Muttersprache singen zu hören, wie in dem Lied «Speed of Light (L'amour et les étoiles)». Das bereits geplante Nachfolge-Album soll komplett in französischer Sprache produziert werden.

Aber auch wenn sich der Sänger zunächst auf seine zweite Karriere konzentriert, auf das Modeln will er nicht verzichten. Zu Karl Lagerfeld habe er nach wie vor einen engen Kontakt: «Er hat mich von Anfang an unterstützt und freut sich über das, was ich mache. Er ist ja selbst das beste Beispiel: Ihm gelingt es auch, verschiedene Dinge zu vereinen. Er ist Designer, Fotograf und Herausgeber.»

Privat scheint sich das Model dennoch zu distanzieren. So sucht man den Namen Lagerfeld vergeblich bei den obligatorischen Danksagungen im CD-Booklet. Und bei einer Preisverleihung in Berlin dankte Giabiconi nicht nur seinem Entdecker und Förderer, sondern auch «meiner Verlobten Sarah». Es war das erste Mal, dass er öffentlich von seiner Verlobung sprach. Vielleicht ist es der letzte Schritt, der noch gefehlt hat: von der Muse zur Ex-Muse.

Baptiste Giabiconi auf Twitter

Baptiste Giabiconi bei Warner Music

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erstellt am 06.Sep.2013 | 08:07 Uhr

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