„Die Wahrheit“ in der ARD : Münchner Polizei macht den „Tatort“-Faktencheck auf Twitter

Die Polizei München hat quasi live für lehreiche Zusatzunterhaltung beim „Tatort“ gesorgt.

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24. Oktober 2016, 11:04 Uhr

München | Ein grausamer Mord ohne erkennbares Motiv beschäftigt die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) vom Tatort München. „Die Wahrheit“ am Sonntagabend sollte das Leiden polizeilicher Ermittlungsarbeit auf die Spitze treiben, sagte BR-„Tatort“-Redakteurin Stephanie Heckner. So kommt es dazu, dass die Zeugen, die gesehen haben, wie ein am Boden liegender Obdachloser einen arglosen Helfer und Vater im Beisein seiner Familie ersticht, alle eine andere Version ihrer Beobachtungen schildern.

Die Medien spielen bald völlig verrückt und die Erinnerungs-Versionen werden immer skurriler. Die Ermittler tappen trotz groß angelegter Soko ein sattes halbes Jahr im Dunkeln. Die DNA-Analyse wird am Ende für unrühmliche Gewissheit sorgen: Es wurde nur der Trittbrettfahrer gefasst. Realistischer kann man eine solche Geschichte kaum erzählen. Oder doch?

Die seit dem Amoklauf im Juli für ihre gute Öffentlichkeitsarbeit bekannte Polizei München hat während und nach der Sendung des Faktencheck gemacht. Hunderte Frage der Zuschauer wurden von echten Ermittlern live beantwortet. Da unerwartet viel diskutiert wurde, wurde weiteres Kripo-Personal hinzugezogen. Heraus kam ein bravouröser Dienst ohne Vorschrift, der im Web gefeiert wurde.

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Um diese Fragen ging es unter Anderem:

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Viele Leser interessierte, ob die Ermittlungsmethoden von Batic und Leitmayr so überhaupt regulär sind.

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Die Herkunft eines Leichenstückes im Alkoholglas ist hiermit geklärt. Das gibt es wirklich. Und auch die „Stichprobe“ in einen toten Schweinekörper ist nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Hier und dort gab es auch mal den gehobenen Finger der Beamten.

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Letztendlich kamen die Polizei München zu einem positiven Ergebnis über das filmische Abbild ihrer Arbeit.

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Und die Polizei erntete mit ihrem Krimi-Service neues Vertrauen und Symphatie.

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Dass der ursprüngliche Mörder nicht gefunden wurde, hat für den Zuschauer einen Vorteil: Der Krimi wird im nächsten Jahr fortgesetzt. In der nächsten Folge „Der Tod ist unser ganzes Leben“ ereigne sich dann ein ähnliches Verbrechen ohne erkennbares Motiv, so der Bayerische Rundfunk. Die Tat trage dieselbe grausame Handschrift, der Alptraum für die Ermittler setze sich fort. In einem „Schreckensszenario“ am Ende gehe es für sie „um ihre berufliche Existenz, ihre Freundschaft und ihr Leben“. Der BR betonte, dass der Film dramaturgisch unabhängig von „Die Wahrheit“ verstanden werden könne. Einen Teaser veröffentlicht der Sender auf der „Tatort“-Seite auf Facebook.

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