Hamburg-Krimi : Möhring spielt im Tatort den netten Kerl

Hauptkommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) muss die attraktive, aber anstrengende  LKA-Spitzenjuristin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) an seiner Seite ertragen. Foto: ARD
Hauptkommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) muss die attraktive, aber anstrengende LKA-Spitzenjuristin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) an seiner Seite ertragen. Foto: ARD

Wotan Wilke Möhring gibt sein Debüt beim Tatort. Als Kommissar Thorsten Falke jagt er heute Abend den "Feuerteufel" und hat vor allem mit sich selbst zu tun. Es wird nur ein achtbarer Tatort - kein berauschender.

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28. April 2013, 08:22 Uhr

Hamburg | Wir Nordländer haben echt Glück. Schenkt uns doch unser geliebter NDR schon wieder ein Sonntagskrimi-Team. Das fünfte mittlerweile - nach Hannover, Kiel, Hamburg und Rostock. Und als hätte Til Schweiger kürzlich nicht genug Welle bei seinem Debüt in Hamburg gemacht, darf hier jetzt der nächste Kino-Krösus ran: Wotan Wilke Möhring, Liebling der Film-Nation seit "Hat er Arbeit", "Männerherzen" und "Homevideo".

Aber wie das so ist mit den Lieblingen. Wer zuletzt Marc Rothemunds Schmachtschnulze "Mann tut was Mann kann" gesehen hat, dem könnte schwanen, dass Möhrings Tatort-Premiere heute vielleicht doch kein Selbstläufer wird.

Der nette Kerl von nebenan

Und so kommt es auch. Kommissar Thorsten Falke (Möhring) ist genau der nette Kerl von nebenan, dessen Ecken und Kanten zwar liebenswert sind, der uns aber keineswegs gleich vom Hocker reißt. Da können in Hamburg Autos noch und nöcher in Flammen aufgehen, da kann in einem Fall sogar eine Frau darin verbrennen - Falke hat mehr mit sich selbst als mit der Jagd nach dem "Feuerteufel" zu tun.

Nicht grundlos, freilich. Denn Kumpel-Kollege Jan Katz (Sebastian Schipper) will neuerdings lieber Bürodienst schieben. Weil seine Frau schwanger ist. Also bekommt Falke die smarte Katharina Lorenz vor die Nase gesetzt (Petra Schmidt-Schaller). Klar, dass die beiden sich erst mal fetzen, wenn es ans Sortieren der Verdächtigen geht (u.a. Bernhard Schütz, David Berton). So, wie sich das für eine neue "Tatort"-Truppe gehört. Siehe Dortmund, siehe Saarbrücken.

Was nur heißt: Die Figuren haben noch jede Menge Luft nach oben. Aber auch: Das wird heute nur ein achtbarer Tatort, kein berauschender (Buch: Markus Busch, Regie: Özgür Yildirim). Worüber wir Nordländer grübeln könnten. Denn fünf Kripo-Teams am Sonntag mag ja ARD-Spitze sein. Aber ist dieser Auflauf gerechtfertigt? Wird bei uns etwa mehr gemordet als anderswo? Fehlt nur noch, dass sich Til und Wotan in die Quere kommen. Was dann?

Nun, dann könnte es vielleicht wirklich spannend werden - in Hamburg.

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