Telefonat der Staatschefs : Merkel und Macron für europäisch koordinierten Umgang mit Rettungsschiffen

Keine Alleingänge: Emmanuel Macron und Angela Merkel befürworten europäische Lösungen. Foto: imago/Panoramic International/Thierry Monasse
Keine Alleingänge: Emmanuel Macron und Angela Merkel befürworten europäische Lösungen. Foto: imago/Panoramic International/Thierry Monasse

Die Bundeskanzlerin und der Staatspräsident haben ihre Standpunkte angesichts aktueller humanitärer Krisen abgesprochen.

shz.de von
17. August 2018, 21:51 Uhr

Paris | Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich bei einem Telefonat über die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer ausgetauscht. Bei dem Gespräch hätten beide die Notwendigkeit betont, für die Aufnahme von Rettungsschiffen an einer "koordinierten europäischen Lösung" zu arbeiten, teilte der Élyséepalast am Freitagabend mit. Auch müsse Europa gemeinsam gegen Schlepper vorgehen.

Zuletzt hatte das Rettungsschiff "Aquarius" mit 141 aus Seenot geretteten Flüchtlingen fünf Tage lang auf dem Meer ausharren müssen. Malta erklärte sich erst bereit, das Schiff in den Hafen von Valletta einlaufen zu lassen, nachdem Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Portugal und Spanien zugesagt hatten, die Geretteten aufzunehmen.

Frieden für Syrien und Ukraine

Bei dem Telefonat zwischen Merkel und Macron ging es laut Élysée auch um die Ukraine und den Konflikt in Syrien – besonders um die Provinz Idlib, wo die humanitäre Lage besonders bedenklich sei. Die Kanzlerin und der Präsident seien sich einig, dass ein politischer Prozess angestrengt werden müsse, um dort einen dauerhaften Frieden zu erreichen, hieß es. Idlib ist eine der letzten Regionen in Syrien, die unter Kontrolle von Aufständischen stehen.

Das Telefonat fand einen Tag vor einem Treffen Merkels mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Samstag in Meseberg bei Berlin statt. Auch dort dürften die Konflikte in der Ukraine und in Syrien Thema sein.

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