Dirk Bach ist tot : "Wer tot ist, wird ein Stern!"

Das Schlosspark-Theater in Berlin informiert seine Besucher mit einem Informationsblatt im Schaukasten über Dirk Bachs Tod. Der Schauspieler hätte dort ab Samstag den Kleinen König Dezember verkörpern sollen. Foto: dpa
1 von 15
Das Schlosspark-Theater in Berlin informiert seine Besucher mit einem Informationsblatt im Schaukasten über Dirk Bachs Tod. Der Schauspieler hätte dort ab Samstag den Kleinen König Dezember verkörpern sollen. Foto: dpa

Der Moderator und Schauspieler Dirk Bach ist überraschend in Berlin gestorben. Er wurde nur 51 Jahre alt. Die Berliner Staatsanwaltschaft geht von Herzversagen aus.

Avatar_shz von
03. Oktober 2012, 02:04 Uhr

Berlin | Zur Premiere des Theaterstücks "Der kleine König Dezember" sollte er am kommenden Sonnabend auf der Bühne des Berliner Schlossparktheaters stehen: Dirk Bach (51), einer der beliebtesten Komiker Deutschlands. Montagabend dann die Nachricht: "Sehr geehrte Damen und Herren! Dem Schlosspark Theater obliegt die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass Dirk Bach für uns völlig unerwartet heute verstorben ist. Wir haben Dirk Bach als lebenslustigen und sehr liebeswerten Kollegen kennen gelernt, um so mehr schmerzt der Verlust", hieß es in einer Mitteilung des Theaters.
Mit schreiend bunten Hemden und schmuckem Tropenhelm amüsierte der schwergewichtige Entertainer Millionen TV-Zuschauer in sechs Staffeln des RTL-Dschungelcamps "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" an der Seite von Sonja Zietlow in Australien.

Theater und Musical als Leidenschaft
Im Fernsehen hatte er auch Erfolg mit der Sitcom "Lukas" im ZDF (1996-2001) oder der "Dirk-Bach-Show" (RTL, 1992-1994) sowie als Pepe in der Kindersendung "Sesamstraße" zwischen 2000 und 2007.
Doch war Fernseh-Unterhaltung bei Weitem nicht das einzige Standbein von Dirk Bach. Er spielte leidenschaftlich und viel Theater, etwa bei den Nibelungen-Festspielen in Worms oder beim Musical "Kein Pardon!" in Düsseldorf, das auf dem gleichnamigen Film des Komikers Hape Kerkeling beruhte. Übrigens wäre er selbst nie ins Dschungelcamp gegangen: "Nein, warum sollte ich?", sagte der Schauspieler anlässlich seines 50. Geburtstages am 23. April 2011 im Interview. "Ich bin ja da drin. Also, ich werde den Teufel tun, da zu übernachten oder sonstige Dinge zu tun. Die Leute, die das machen, haben ja einfach einen ganz anderen Plan als ich. Ich moderiere eine Sendung, und die - machen was anderes für ihre Karrieren..."
Freunde und Fans schockiert
Viele Freunde und Kollegen von Dirk Bach konnten seinen überraschenden Tod Montagabend noch kaum fassen. Schauspieler Michael Kessler schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter: "Ich bin schockiert." Oliver Pocher zeigte sich bestürzt: "Mein herzliches Beileid..." Dieter Hallervorden - Intendant des Schlossparktheaters - zitierte aus dem gemeinsamen Theaterprojekt: "Als kleiner König Dezember hätte Dirk sagen sollen: Und wer tot ist, wird ein Stern!"

Angaben zur Todesursache gab es zunächst nicht. Am Dienstag teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit, Bach sei "wahrscheinlich an Herzversagen" gestorben. Es gebe keinen Hinweis auf einen fremdverschuldeten Tod, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Deshalb sei auch keine Obduktion des Leichnams angeordnet worden.
Ein Polizeisprecher bestätigte auf Anfrage, dass Bach leblos in einem Appartementhaus im Berliner Stadtteil Lichterfelde gefunden worden sei. Kollegen aus dem Theater hätten dort nach ihm gesucht, weil er offenbar nicht zu einem vereinbarten Termin erschienen war. Ein Notarzt sei daraufhin zu dem Haus geeilt. Alle Versuche, Bach zu reanimieren, seien jedoch gescheitert.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen