Geplatzte Londoner Konzerte : Versicherer von Jackson-Konzerten zieht vor Gericht

Michael Jackson bei seiner Konzert-Ankündigung 2009 in London. Foto: dpa
Michael Jackson bei seiner Konzert-Ankündigung 2009 in London. Foto: dpa

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07. Juni 2011, 12:40 Uhr

Die britische Versicherungsbörse Lloyds of London ist im Streit um Michael Jacksons geplatzte Londoner Konzerte vor Gericht gegangen.
Wer zahlt für den Ausfall der Michael Jackson "This Is It"-Konzerte?
Wie der Internetdienst "Tmz.com" berichtete, wirft der Versicherer dem kalifornischen Konzertveranstalter AEG Live und Jacksons Nachlassverwalter Betrug vor. Der Nachlassverwalter Michael Jackson Estate hatte laut "Tmz.com" 17,5 Millionen US-Dollar (knapp 12 Millionen Euro) für die versicherten ausgefallenen Konzerte eingefordert. Lloyds sehe den Vertrag jedoch als nichtig an, weil beim Abschluss Jacksons Gesundheitszustand nicht korrekt angegeben worden sei.
Die "This Is It"-Konzerte sollten mit Dutzenden Auftritten in der Londoner O2-Arena das Comeback des "King of Pop" werden. Der Popstar war jedoch am 25. Juni 2009, kurz vor Beginn der Londoner Konzertreihe, an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben.
Der Gesundheitszustand von Michael Jackson wurde bei Vertragsabschluss verschwiegen
Lloyds argumentiert "Tmz.com" zufolge, dass Jackson und AEG wichtige Informationen über den Gesundheitszustand des Sängers verschwiegen hätten. Jackson habe unter anderem nicht angegeben, dass er verschreibungspflichtige Medikamente nehme, darunter die Behandlung mit dem Narkosemittel Propofol. Außerdem habe er angegeben, außer Schönheitschirurgen seit 2005 keinen Arzt mehr aufgesucht zu haben. Lloyds möchte erreichen, dass der Richter den Vertrag für null und nichtig erklärt.
Das Gericht muss entscheiden, ob der Vertrag gültig war oder nicht
Anwalt Howard Weitzman, der den Jackson-Nachlassverwalter vertritt, hielt Lloyds vor, der Versicherer wolle sich vor der Zahlung eines "berechtigten Anspruchs" drücken.
Der "King of Pop" wurde 50 Jahre alt. Jacksons damaliger Arzt, Conrad Murray, ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, weil er ihm das Narkosemittel gegeben haben soll. Der Prozess soll in diesem Herbst beginnen.

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