SAG-Award für Netflix-Serie : „Stranger Things“-Schauspieler rasten aus – emotionale Rede von David Harbour

David Harbour begeisterte mit seiner Rede, Winona Ryder mit ihrer Mimik und die jungen Schauspieler der Serie mit ihrer großen Freude über die Auszeichnung.

David Harbour begeisterte mit seiner Rede, Winona Ryder mit ihrer Mimik und die jungen Schauspieler der Serie mit ihrer großen Freude über die Auszeichnung.

Es ist der erste große Preis für die Serie: Der Screen Actors Guild Award sorgt für große Emotionen bei den Schauspielern.

shz.de von
30. Januar 2017, 13:35 Uhr

Los Angeles | Finn Wolfhard, Millie Bobby Brown, Gaten Matarazzo, Caleb McLaughlin und Noah Schnapp konnten ihr Glück kaum fassen. Die jungen Schauspieler aus der Netflix-Serie „Stranger Things“, in der auch Wynona Rider und David Harbour als Hauptdarsteller mitwirken, rasteten bei der Verkündung des Preisträgers komplett aus. Den SAG-Award (Screen Actors Guild Award) bekam die Science-Fiction-Serie für die herausragende schauspielerische Leistung. Serien wie Game Of Thrones und Westworld mussten sich hinten anstellen. Aufgrund des großen Erfolgs der ersten Staffel gab Netflix Ende August 2016 bekannt, eine zweite Staffel der Erfolgsserie zu drehen.

 

In der Serie geht es um einen kleinen Jungen (Noah Schnapp), der spurlos verschwindet. Während seine Mutter (Winona Ryder) die Polizei kontaktiert, suchen Freunde nach ihrem Spielkameraden. Im Wald stoßen sie auf ein verstörtes Mädchen (Millie Bobby Brown) und kommen bald dahinter, dass sie außergewöhnliche Fähigkeiten hat. Dahinter steckt die Regierung, die eine Tür in ein Paralleluniversum geöffnet hat und diese nicht mehr geschlossen bekommt.

Serienstar David Harbour sorgte während der Preisübergabe mit einer mitreißenden Rede für stehende Ovationen. Darin kritisierte er die Handlungen Donald Trumps der letzten Woche, ohne ein einziges Mal seinen Namen zu nennen.

Darin sagt Harbour, dass es schwierig sei, bei allem, was momentan in der Welt passiere, das bereits gefeierte „Stranger Things“ zu feiern. Er glaube jedoch daran, dass gute Schauspielerei die Kraft habe, die Welt zu verändern. Die Auszeichnung sei ein Aufruf, tiefer zu gehen und gegen Angst, Egoismus und eine mehrheitlich selbstverliebte Kultur zu kämpfen. Die Schauspielerei mache es möglich, eine empathischere und verständnisvollere Gesellschaft zu fördern. Das Aufdecken der Wahrheit sei ein energischer Weckruf für alle Menschen, die sich ausgelaugt und ermüdet fühlten oder sich fürchteten. Sie seien nicht allein.

„Wir haben alle dasselbe Schicksal: Wir sind Menschen. Wir sind alle zusammen auf diesem schrecklichen, schmerzhaften, fröhlichen, aufregenden und mysteriösen Trip, der sich Leben nennt. Um es in der Erzählweise von Stranger Things zu sagen: Wir 1983er Mittelwestler werden Schikane zurückweisen, wir werden Verstoßenen Unterkunft geben und denen die kein Zuhause haben. Wir werden hinter die Lügen kommen, wir werden Monster jagen, und wenn wir inmitten der Heuchelei und zur Normalität gewordenen Gewalt mancher Personen und Institutionen untergehen, werden wir – wie Polizist Jim Hopper (Anm. d. Red.: gespielt von Harbour) – manchen Menschen ins Gesicht schlagen, die versuchen, die Sanftmütigen, die Entrechteten und die Randständigen zu zerstören. Wir werden das mit unserem ganzen Herzen tun und mit Freude. Wir danken euch für diese Verantwortung.“

Während Harbours Rede sorgten auch die Gesichtsausdrücke von Hauptdarstellerin Winona Ryder für Lacher im Netz.

Auch sonst blieben die SAG-Awards politisch. Viele Stars wie Ashton Kutcher kritisierten das Einreiseverbot für Muslime, das vom neuen US-Präsidenten Donald Trump erlassen worden war. Er begrüßte darin auch die Zuschauer auf allen Flughäfen, die zu „seinem Amerika“ gehören. Schauspielerin Julia Louis-Dreyfus („Veep“) nannte den Trump-Erlass „unamerikanisch“.

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