Größter Skandal seit Jahrzehnten : Spektakulärer Kunstfälscherprozess in Köln gestartet

Die Fälschungen 'Matisse peignant' (l) von Andre Derain und 'Kubistisches Stillleben' von Fernand Leger sind beim LKA in den richtigen Händen.
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Die Fälschungen "Matisse peignant" (l) von Andre Derain und "Kubistisches Stillleben" von Fernand Leger sind beim LKA in den richtigen Händen.

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02. September 2011, 08:38 Uhr

Unter großem Medienandrang hat am Donnerstag am Kölner Landgericht der Prozess um einen der spektakulärsten Kunstfälscherskandale seit Jahrzehnten begonnen.
Große Auktionshäuser und Galerien sind auf die Betrüger hereingefallen
Vier Angeklagten wird vorgeworfen, mehr als 15 Jahre lang raffiniert gefälschte Bilder von Avantgarde-Künstlern der 20er Jahre in den internationalen Kunstmarkt geschleust zu haben. Dafür sollen sie fast 16 Millionen Euro kassiert haben.

Große Auktionshäuser, Galerien sowie namhafte Kunstsachverständige sollen auf den Betrug mit gefälschten Bildern von Max Pechstein, Max Ernst und Heinrich Campendonk hereingefallen sein. Verhandelt werden 14 Fälle, in weiteren 33 Fällen werden Gemälde noch auf ihre Echtheit geprüft. Für den Prozess sind 40 Verhandlungstage bis März 2012 angesetzt. Wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs und Urkundenfälschung drohen den Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft.
Kunstfälschung in Perfektion
Laut Anklage haben sie für ihren Kunstbetrug eine Herkunftslegende um die angeblichen Sammlungen "Werner Jägers" und "Wilhelm Knops" erfunden. Dabei handelte es sich um die Großväter der zwei beschuldigten Schwestern sowie eines 67-jährigen Angeklagten. Jägers und Knops hatten nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft aber nie Kunst gesammelt.
Den Pinsel führte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft der 60-jährige Wolfgang B., der die Bilder mit großer Kunstsachkenntnis vom Malstil bis zum Holzwurmloch fälschte. Mit den Fälschungen hätten sich die Angeklagten dauerhafte Einnahmequellen verschafft und sich einen luxuriösen Lebensstil geleistet.

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