Britische Queen "not amused" : Prinz Andrew sorgt für Negativ-Schlagzeilen

Seine Mutter wird «not amused» sein: Prinz Andrew ist mal wieder in die Schlagzeilen geraten.
Seine Mutter wird «not amused» sein: Prinz Andrew ist mal wieder in die Schlagzeilen geraten.

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07. März 2011, 11:16 Uhr

Die britische Queen Elizabeth II. dürfte dieser Tage alles andere als zufrieden mit den neusten Schlagzeilen über ihren Sohn Prinz Andrew sein. Statt mit der anstehenden Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton beschäftigen sich die britischen Zeitungen dieser Tage mit den neusten Skandalen um Prinz Andrew.
Prinz Andrew pflegt zweifelhaften Umgang
Auf den Titelseiten der britischen Zeitungen wird ein Bericht nach dem anderen veröffentlicht und damit die zwielichten Kontakte des Prinzen der Öffentlichkeit präsentiert. Die Palette der Kontakte reicht vom Gaddafi-Sohn Saif, über kasachische Oligarchen bis zu einem verurteilten Kinderschänder.
Prinz Andrew sorgte mit seinen Eskapaden in der Vergangenheit schon häufiger für schlechte Stimmung im Buckingham Palace, doch jetzt scheint es knüppeldick zu kommen. Nicht nur, dass der Herzog von York und britischer Außenhandelsbeauftragter den Sohn von Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam, in den Buckingham Palast eingeladen hat und sich nur drei Monate vor den Unruhen mit Sacher el Materi, dem Schwiegersohn des despotischen tunesischen Präsidenten Ben Ali zum Essen traf, kam in Westminster nicht sonderlich gut an. Doch für den größten Skandal sorgt die neuste Schlagzeile um Prinz Andrew.
Er soll sich im Dezember mit dem schwerreichen US-Magnaten Jeffrey Epstein in New York getroffen haben, um unter anderem dessen Entlassung aus der Haft zu feiern. Epstein war zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden und hatte mehr als ein Jahr gesessen. 24 minderjährige Mädchen hatten Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben. Der Freund des Prinzen soll sie zu Oben-ohne-Massagen gezwungen haben, in einigen Fällen sei es zum Sex gekommen. Alles ausgelöst hatte die Stiefmutter einer damals 14-Jährigen, die zur Polizei ging.
Vergangene Woche tauchten nun auch noch Bilder aus dem Jahr 2001 auf, die Andrew mit einer 17-Jährigen zeigen. Bei der jungen Frau handelt es sich um die Zeugin im Prozess gegen Epstein. Sie soll dessen Privatmasseuse gewesen sein und hatte ausgesagt, es habe zu ihren "Pflichten gehört, sich von Epsteins erwachsenen Freunden, darunter Mitglieder von Königshäusern, sexuell benutzen zu lassen", zitiert der "Daily Telegraph" aus Prozessunterlagen. Dafür, dass Andrew gemeint war, gibt es aber keine näheren Anhaltspunkte. Der ließ inzwischen mitteilen, es werde künftig keine Bilder mehr geben, auf denen er und Epstein zu sehen seien.
Erste Rücktrittforderungen werden laut
Zunächst sah es noch so aus, als könnten die PR-Strategen des britischen Königshauses den schwerwiegenden Angriff gegen Prinz Andrew abwehren. "Die Andeutungen und Unterstellungen, die in Bezug auf den Prinzen gemacht wurden, sind haltlos." schrieb der Privatsekretär von Prinz Andrew, Alastair Watson, in einem offenen Brief an die "Times". Doch die immer neuen Anschuldigungen gegen den britischen Prinzen wiegen schwer: Der Labour-Abgeordnete Chrys Bryant fordert offen seinen Rücktritt, und Premier David Cameron will sich die Sache "anschauen". Prinz Andrew arbeitet als Außenhandelsbeauftragter für die britische Regierung.
"Es gibt große Besorgnis - nicht nur über das, was bisher berichtet wurde, sondern über das, was noch herauskommen könnte", sagte ein Spitzenbeamter aus der Regierung von Premierminister Cameron der Zeitung "Sunday Telegraph" vieldeutig. In der Regierung werde die Sache als wachsendes Problem betrachtet, "das sehr schnell außer Kontrolle geraten kann".
Prinz Andrew zieht schon lange Skandale an.Frauengeschichten begleiteten "Randy Andy" ("scharfer Andy") durch seine frühen Jahre. Seine Ehe mit der inzwischen notorisch klammen Sarah "Fergie" Ferguson, die auch fast 20 Jahre nach der Trennung noch immer bei ihm wohnt, tat in der Summe auch nicht allzu viel Positives für sein Image. Weil er in den vergangenen zehn Jahren in seinem Regierungsjob den Steuerzahlern allein vier Millionen Pfund (rund 4,8 Millionen Euro) Reisespesen in Rechnung stellte, wird er öffentlich als "Airmiles-Andy" verhöhnt.

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