Deutscher Filmpreis 2012 : Nominierungen, Oscar-Abklatsch und der Ausschluss aktueller Publikumslieblinge

Jessica Schwarz und Elyas M Bare moderieren die Lola-Show. Foto: Jens Kalaene
Jessica Schwarz und Elyas M Bare moderieren die Lola-Show. Foto: Jens Kalaene

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26. April 2012, 12:39 Uhr

Wenn an díesem Freitag (27.4.) der Berliner Friedrichstadt-Palast in Goldtönen erstrahlt, ist es wieder einmal Zeit für die Verleihung des Deutschen Filmpreises. Ganz nach Oscar-Manier ist das Filmspektrum aufgrund zahlreicher Mehrfachnominierungen relativ schmal.
Das DDR-Drama "Barbara" (Regie Christian Petzold) gilt mit acht Nominierungen als Favorit des Abends, muss sich jedoch einer starken Konkurrenz, bestehend aus Roland Emmerichs Shakespeare-Film "Anonymus" und Andreas Dresens Krebsdrama "Halt auf freier Strecke", stellen, die gleich in sieben Kategorien die Lola gewinnen kann. Chancen auf den Hauptpreis als bester Film haben außerdem die Tragikomödie "Dreiviertelmond" mit Elmar Wepper (Regie Christian Zübert), der Endzeit-Thriller "Hell" (Regie Tim Fehlbaum) und "Kriegerin" (Regie David Wnendt) über junge Frauen aus der Neonazi-Szene.
62. Verleihung der Lola schließt Publikumslieblinge erneut aus
In insgesamt 16 Kategorien vergeben die 1300 Mitglieder der Deutschen Filmakademie, der Filmschaffende aller Berufsgruppen angehören, die Auszeichnungen. Im Laufe der Zeit hat sich der Deutsche Filmpreis zu einer der renommiertesten Verleihungen entwickelt, was zu einem Großteil auch der Preisgelder in Höhe von rund drei Millionen zuzuschreiben ist. Auffällig ist, dass unter den Nominierten auch dieses Mal die Publikumslieblinge und Renner der Kinokassen fehlen: Komödien wie Matthias Schweighöfers "What a Man", Detlev Bucks "Rubbeldiekatz" und Simon Verhoevens "Männerherzen... und die ganz, ganz große Liebe" können sich über keine preisliche Wertschätzung ihrer Arbeit freuen.
In der Kategorie "Weibliche Hauptrolle" sind neben Sandra Hüller ("Über uns das All") auch Steffi Kühnert ("Halt auf freier Strecke") und Alina Levshin ("Kriegerin") nominiert. Anwärter für das männliche Pendant sind der Berliner Schauspieler Milan Peschel ("Halt auf freier Strecke"), sein Kollege Peter Schneider ("Die Summe meiner einzelnen Teile") sowie Ronald Zehrfeld für seine Rolle in "Barbara".
In der Rubrik "Beste weibliche Nebenrolle" konkurrieren Dagmar Manzel und Christina Drechsler gegeneinander, die beide in "Die Unsichtbare" spielen. Chancen hat außerdem Fritzi Haberlandt für "Fenster zum Sommer". Als beste Nebendarsteller sind neben Otto Mellies ("Halt auf freier Strecke") auch Hermann Beyer für das Alzheimer-Drama "Vergiss dein Ende" und Bernhard Schütz für "Das System - Alles verstehen heißt alles verzeihen" nominiert.
Auch die Moderatoren erinnern an amerikanische Verhältnisse
Im Gegensatz zur Spielfilm-Kategorie, treten in der Rubrik "Kinderfilm" lediglich zwei Werke gegeneinander an ("Tom Sawyer", "Wintertochter"). Sehr unterschiedlich sind die nominierten Dokumentarfilme: Das Filmporträt "The Big Eden" über den Berliner Playboy Rolf Eden konkurriert mit dem Maler-Film "Gerhard Richter Painting" und "Charlotte Rampling - The Look".
Die Gala, zu der rund 1800 geladene Gäste erwartet werden, wird in diesem Jahr von den Schauspielern Jessica Schwarz ("Das Lied in mir") und Elyas MBarek ("Türkisch für Anfänger") moderiert, die Barbara Schöneberger als Moderatorin ablösen. Diese Verjüngungskur erinnert doch sehr an das Oscar-Moderations-Duo James Franco und Anne Hathaway aus dem Jahr 2011. Die ARD strahlt die Verleihung ab 21.45 Uhr aus.

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