PONO-Music : Neil Youngs Musik-Revolution rollt an

Neil Young will die digitale Sound-Krise mit dem Monster-Format „Pono“ beenden.
Neil Young will die digitale Sound-Krise mit dem Monster-Format „Pono“ beenden.

Verlustfreier Musiksound wie im Studio - dafür setzt sich Neil Young seit Jahrzehnten ein. Sein Projekt „Pono“ hat die Finanzhürde genommen. Schon in diesem Jahr soll der Super-Musikplayer des kanadischen Rockstars auf den Markt kommen.

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12. März 2014, 13:07 Uhr

Das Projekt des kanadischen Musikers Neil Young, ein Abspielgerät für Musik in besonders hoher Qualität zu bauen, hat aus dem Stand das nötige Geld eingesammelt. Für den Bau des PonoPlayers sollten bei der Finanzierungs-Plattform „Kickstarter“ mindestens 800.000 Dollar bis Mitte April zusammenkommen. Schon am Mittwoch waren es über 1,17 Millionen Dollar.

Die Geräte der ersten Serie sollen im Oktober für 399 Dollar auf den Markt kommen, für frühe Geldgeber bei Kickstarter sind es 300 Dollar. Young („Hearts of Gold“, „Hey Hey, My My“) kritisiert seit Jahrenzehnten die schlechte Wiedergabequalität und den „anonymen Klang“ von CDs. Das Qualitätsgefälle durch digitale Musikdateien, die für die Nutzung in Musikplayern und Smartphones drastisch heruntergerechnet werden, bewegte den Rockstar dazu, eine neues Tonträger-Konzept für die Gegenwart zu entwickeln. Das geschah unter zeitweiliger Zusammenarbeit mit dem inzwischen verstorbenen Apple-Gründer Steves Jobs.

Youngs Firma PonoMusic setzt auf digitale Formate FLAC mit hoher Auflösung. Das bedeutet höhere Qualität, aber auch grundsätzlich wesentlich größere Dateien. Der PonoPlayer hat eine Speicherkapazität von 128 Gigabyte. In der besten Qualität reicht das für bis zu 800 Songs. Die Entwickler versprechen, dass man als Nutzer einen Unterschied merken werde. Der PonoPlayer soll auch an Hifi-Anlagen anschließbar sein.

Das Geschäft mit Musikplayern ist inzwischen in eine Nische abgedrängt worden - die Musik wird inzwischen meist in Smartphones gespeichert oder direkt aus dem Netz abgespielt mit Cloud-Diensten wie Spotify. Zugleich gibt es aber eine Nachfrage des audiophilen Publikums nach Musik in hoher Qualität jenseits von Vinyl. Davon wollen Young und PonoMusic profitieren. Es gibt bereits diverse Download-Plattformen für Musik im FLAC-Format, der PonoMusic-Store soll eine weitere bieten. Die Alben sollen dort zwischen 15 und 25 Dollar kosten. Die Firma will zudem an einem Streaming-Angebot für Musik in hoher Qualität arbeiten.

Auch als Musiker macht Neil Young von sich reden: Mit seiner legendären Band Crazy Horse ist der 68-jährige Wahl-Kalifornier im Sommer auch in Deutschland unterwegs. Die Tour im letzten Jahr musste kurz vor dem Ende abgebrochen werden, da sich der Gitarrist Frank „Poncho“ Sampedro die Hand gebrochen hatte.

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