Sozialdienst und Freiheitsstrafe : Lindsay Lohan in Handschellen aus Gericht geführt

Auf ihren Promi-Status kann Lindsay Lohan vor Gericht offenbar nicht bauen - im Gegenteil. Foto: David McNew
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Auf ihren Promi-Status kann Lindsay Lohan vor Gericht offenbar nicht bauen - im Gegenteil. Foto: David McNew

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20. Oktober 2011, 10:26 Uhr

Die amerikanische Schauspielerin Lindsay Lohan (25) ist am Mittwoch in Handschellen aus einem Gericht geführt worden. Bei einer Anhörung in Los Angeles hatte Richterin Stephanie Sautner Lohans Bewährung aufgehoben.
Sie rügte die Wiederholungstäterin, da sie ihre Auflagen nicht erfüllt habe. Wegen Verletzung von Bewährungspflichten nach Diebstahl und Alkohol- und Drogenvergehen ist der "Mean Girls"-Star schon häufiger in Haft genommen worden. Im September wurde ihr bei einem obligatorischen Drogentest Kokainkonsum nachgewiesen, weshalb sie zum wiederholten Male zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde, die sie nach Zahlung einer Kaution nach wenigen Tagen verließ. Bis November steht sie unter Hausarrest, weswegen es ihr gerichtlich untersagt ist, in ihr Haus nach New York umzuziehen.
Sozialdienst im Leichenhaus
Lohan hinterlegte zunächst die von der Richterin geforderte Kaution, berichtete die "Los Angeles Times". Gegen Zahlung von 100 000 Dollar (knapp 73 000 Euro) kam die Schauspielerin vorläufig auf freien Fuß. Die nächste Anhörung wurde für den 2. November terminiert. Dann könnte die Richterin entscheiden, Lohan für mehrere Monate ins Gefängnis zu schicken. Sautner legte der skandalträchtigen Schauspielerin eine Therapie nahe. Lohan muss nun 480 Sozialdienststunden ableisten, einen Teil davon als Putzhilfe in einem Leichenschauhaus.
Die Staatsanwaltschaft forderte am Mittwoch, dass Lohan wegen Verletzung ihrer Bewährungsverpflichtungen nun eine Haftstrafe erhält. Das Internet-Portal "Tmz.com" übertrug die Anhörung live.
Lohans Outfit im Zentrum des Interesses
Mehr als das Urteil interessierte die US-Öffentlichkeit Lohans unadäquate Aufmachung. Lohan war stark geschminkt mit goldener Handtasche in einem weißen, ärmellosen Kleid vor Gericht erschienen. Es war ein Routinetermin, bei dem die Richterin ihre Fortschritte prüfen wollte. Sautner rügte Lohan mit scharfen Worten. Beispielsweise habe sie zahlreiche Termine in einem Frauenhaus verpasst, wo sie Sozialdienste ableisten sollte. Von den geforderten 360 Stunden in der Einrichtung habe sie in den vergangenen Monaten gerade 21 Stunden absolviert. Die Richterin bemängelte zudem mit ironischem Unterton, Lohan habe ihre Therapiestunden unmöglich ohne "beamen" einhalten können, hätte sie sich doch wochenlang in Europa aufgehalten.
Lohans Anwältin nahm ihre prominente Mandantin in Schutz. Die Schauspielerin hätte für Jobs nach Europa reisen müssen. Lohan verdiene für sich selbst und ihre Familie den Lebensunterhalt, machte Shawn Holley geltend.
Im Mai hatte Lohan den Diebstahl einer Halskette gestanden. Mit dieser Tat hatte sie gegen frühere Bewährungsauflagen wegen Alkohol- und Drogenvergehen verstoßen. Statt einer Gefängnisstrafe verhängte die Richterin mehrere Wochen Hausarrest. Als weitere Strafe ordnete das Gericht eine Therapie, einen Besserungskurs für straffällige Ladendiebe und insgesamt 480 Stunden Sozialdienst in einer Notunterkunft für Frauen und in einem Leichenschauhaus an.
Richterin Sautner ermahnte Lohan bereits im Juli, ihren Verpflichtungen beim Ableisten der Sozialdienste nachzukommen. Sie werde keine Entschuldigungen dulden. In einer Twitter-Botschaft in der vorigen Woche verteidigte sich die Schauspielerin: "Ich arbeite hart, und jeden Tag erfülle ich meine Verpflichtungen, für das Gericht und für mich selbst".
dpa, shz.de

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