Experte ist sich sicher : Leibarzt direkt für Jacksons Tod verantwortlich?

Conrad Murray vor Gericht. Foto: Al Seib
Conrad Murray vor Gericht. Foto: Al Seib

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21. Oktober 2011, 11:49 Uhr

Als voraussichtlich letzter Zeuge der Anklage im Prozess gegen Michael Jacksons Leibarzt hat ein Narkose-Experte am Donnerstag schwere Vorwürfe erhoben.

In den Stunden vor seinem Tod hätte Michael Jackson so sehr unter dem Einfluss von Drogen gestanden, dass er nicht mehr in der Lage gewesen wäre, sich die große Menge der todbringenden Dosis Propofol selbst zu verabreichen, sagte der renommierte Anästhesist Steven Shafer am Donnerstag während des Prozesses gegen den Leibarzt des „King of Pop“ aus. Jackson hätte sich in einem Schlafzustand befunden, so dass eine Selbstinjektion ausgeschlossen sein.
Shafer erläuterte mehrere Theorien, als "einziges Szenario" für die tödliche Überdosis mit dem Narkosemittel Propofol gebe aber es nur die Erklärung, dass Murray seinem Patienten eine große Menge intravenös verabreicht habe. Jacksons Leibarzt Conrad Murray sei damit direkt für den Tod des Sängers verantwortlich, sagte der vor den Geschworenen in Los Angeles. An drei Tagen im Zeugenstand hatte Shafer dem Herzspezialisten Murray zahlreiche gravierende Fehler im Umgang mit Propofol vorgehalten.

Der Professor der Columbia Universität war der 33. Zeuge, den die Staatsanwaltschaft seit Prozessbeginn Ende September befragt hatte. Am Freitag sollte die Verteidigung mit ihrer Präsentation beginnen. Nach US-Medienberichten wollen Murrays Anwälte rund 15 Zeugen anbringen, darunter einen eigenen Narkose-Fachmann.

Jackson war am 25. Juni 2009 nach dem Befund der Gerichtsmediziner an einer Überdosis Propofol im Mix mit anderen Beruhigungsmitteln gestorben. Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Arzt hatte im Polizeiverhör gesagt, er habe Jackson nur eine kleine, harmlose Menge gespritzt. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem 58 Jahre alten Herzspezialisten bis zu vier Jahre Haft.

dpa, shz.de

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