Tod unvermeidlich : Hirnveränderung kostete Knut das Leben

Eisbär Knut im Gehege des Berliner Zoos, hier ein Archivfoto aus dem Jahr 2009. Foto: dpa
Eisbär Knut im Gehege des Berliner Zoos, hier ein Archivfoto aus dem Jahr 2009. Foto: dpa

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31. März 2011, 10:36 Uhr

Nun ist das Ergebnis da: Eisbär Knut starb an einer tödlichen Hirnveränderung.
Erweiterte Hirnwasserkammern als Todesursache
Die Warterei auf ein Ergebnis ist nun vorbei und die Sicherheit ist da, dass Knut nicht an den Folgen des Stresses starb, sondern an einer Hirnveränderung litt.
Die Analyse im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung hat nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa eine folgenschwere Erweiterung der Hirnwasserkammern ergeben. Knut starb bei einer Art Anfall schnell, war aber beim Sturz ins Wasser nicht sofort tot. Er hatte Wasser in der Lunge. Ertrinken war aber nicht die Todesursache.
Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz soll an diesem Donnerstag im Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) alle Daten erhalten. Über eine vom IZW für Donnerstag erhoffte Pressekonferenz werde erst danach entschieden, sagte Blaszkiewitz der dpa. "Es ist doch klar: Wie und wann alles veröffentlicht wird, ist ganz allein unsere Sache", betonte der Zoo-Direktor am Mittwoch. Experten aus dem wissenschaftlichen Institut ließen dagegen intern verlauten, ihr Interesse sei eine möglichst frühe und umfassende Unterrichtung.
Knuts Todeskampf am 19. März war unvermeidlich
Um die Ursache für den Tod Knuts am Nachmittag des 19. März im Zoologischen Garten hatte es zahlreiche Spekulationen und emotionale Debatten unter den Fans in der ganzen Welt gegeben. Im Alter von nur vier Jahren war der Eisbär in seinem Gehege zusammengezuckt, hatte sich mehrmals im Kreis gedreht, war ins Wasser gefallen und vor den Augen mehrerer Hundert Besucher gestorben.
Nach Informationen der dpa hatte das Tier angesichts der schweren Hirnerkrankung keine Überlebenschance. Die Druckverhältnisse im Gehirn seien so dramatisch verändert gewesen, dass das Tier unvermeidlich auch gestorben wäre, wenn es festen Boden unter den Füßen behalten hätte und nicht ins Wasser gestürzt wäre.
Untersuchung zeigte keinerlei Anzeichen, dass Knut unter starkem Stress litt
Hinweise auf starken Stress wurden bei der Analyse von Hirnschnitten und anderen Organen nicht gefunden. Solche Spuren hätten sich zum Beispiel in den Nebennieren finden können. Zahlreiche Knut-Fans und Zoo-Besucher hatten über längere Zeit Kritik daran geübt, dass Knut von den drei Eisbärinnen Tosca, Nancy und Katjuscha "gemobbt" worden sei.
Auch Hinweise auf einen epileptischen Anfall oder auf klassische Gen-Defekte wurden nicht gefunden. Tierschutz-Organisationen hatten Vermutungen angestellt, der Tod sei die Folge von Inzest. Von neun Eisbären, die Knut-Vater Lars gezeugt hat, sind sieben vorzeitig gestorben. Lars soll selbst aus einer Inzucht-Verbindung stammen.

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