Sonntagskrimi in der ARD : Heute im „Polizeiruf“: Gerechtigkeit auf eigene Faust

Desillusioniert: Bukow (Charly Hübner) weiß nicht, wie er Guido Wachs doch noch verurteilen lassen soll.

Desillusioniert: Bukow (Charly Hübner) weiß nicht, wie er Guido Wachs doch noch verurteilen lassen soll.

In „Polizeiruf 110 – Für Janina“ geht es um einen alten Mordfall und die Grenzen der Macht für die Ermittler.

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11. November 2018, 12:10 Uhr

Rostock | Auch wenn Uwe Preuss meist in Nebenrollen glänzt – als Chef der Rostocker „110“-Truppe ist er stets ein Hingucker. Selbst wenn er nur drei Sätze zu sagen hat. Denn seine Figur, Kriminalhauptkommissar Henning Röder, dieser Bürohengst mit sächsischem Slang und der monströsen Brille aus seligen DDR-Krankenkassenzeiten, ist ein echter Typ. Kantig, nervig – und doch fürsorglich mit seinen Untergebenen. Höchste Zeit für einen großen Auftritt.

Dieser ergibt sich aus einem alten Mordfall von 1988, den Röder nie aufklären konnte. Zurückgekehrt von einem Bruce-Springsteen-Konzert in Ost-Berlin, wurde damals die junge Janina Stöcker vergewaltigt und ermordet. Alle Versuche, den Täter dingfest zu machen, scheiterten bislang.

Doch nun, auf erneutes Drängen der Mutter (Hildegard Schmahl), schnappt sich Katrin König (Anneke Kim Sarnau) den Fall und setzt eine erneute DNA-Probe an. Und diesmal zeigt sich zweifelsfrei, dass Guido Wachs (Peter Trabner), der Hauptverdächtige, der seinerzeit noch mangels Beweisen freigesprochen werden musste, doch der Mörder war. Für König und ihre Kollegen ein Schock (Charly Hübner, Josef Heynert, Andreas Guenther). Denn für die gleiche Tat darf Wachs nicht noch einmal belangt werden. Wie also kann man der Gerechtigkeit Genüge tun?

Zum sechsten Mal ist es Eoin Moore (Regie, Buch mit Anika Wangard), der das Rostocker „Polizeiruf“-Team an die Grenzen ihrer Macht führt. Hier, im Nebel zwischen Legalität und Illegalität, treibt er unsere Helden in tiefe Gewissenskonflikte. Denn mit lauteren Mitteln ist der Täter nicht zu überführen. Klar, dass es dabei knirscht in der Truppe. Dass Bukow und König auch von Röder kaum an die Kette gelegt werden können. Und dass Recht und Gesetz plötzlich zwei gegensätzliche Dinge sind. Wird ein Gericht oder die Moral der Kommissare über Guido Wachs entscheiden?

Und so erwartet uns erneut eine Gala von Hübner, Sarnau & Co. Laut und leise und – spannend bis zum Schluss. Einschalten! Erst recht wegen Uwe Preuss.

„Polizeiruf 110 – Für Janina“, Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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