Optimismus in der Buch-Branche : Buchmesse in Leipzig eröffnet

Zur Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März werden wieder weit mehr als 100.000 Besucher erwartet.
Zur Leipziger Buchmesse vom 17. bis 20. März werden wieder weit mehr als 100.000 Besucher erwartet.

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17. März 2011, 12:42 Uhr

Mit Optimismus blicken die Aussteller und Autoren auf der Leipziger Buchmesse dem Jahr 2011 entgegen. Waren noch in den vergangen Jahren die Umsätze in der Buch-Branche gesunken, konnten zu Beginn diesen Jahres sogar steigende Zahlen verbucht werden. Insgesamt rechnet der deutsche Buchhandel für 2011 mit stabilen Umsätzen.
Nebeneinander von gedrucktem und digitalem Buch
"Eine erstaunlich unaufgeregte Stimmung in der Branche belegt die Koexistenz von gedrucktem und digitalem Buch", sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder. Inhalte würden neu inszeniert - und das erfreulicherweise nicht auf Kosten des gedruckten Buches. "Ich glaube, dass in Deutschland weiter gedrucktes Papier gelesen wird - nicht nur in einer Nische, sondern maßgeblich - und dass sich gleichzeitig der digitale Markt entwickelt", sagte Honnefelder weiter.
Und auch Martin Buhl-Wagner, der Geschäftsführer der Leipziger Messe, bestätigt diese Einschätzung. "Es gibt eine wunderbare Synergie zwischen den klassischen Verlagen und den digitalen Dienstleistungen." Im Vergleich zum vergangenen Jahr seien auf der Bücherschau fünf Prozent mehr Fläche vermietet worden. Viele vor allem kleine Verlage seien erstmals in Leipzig dabei. "Nach der schweren Situation der vergangenen Jahre ist ein klares Bekenntnis der Verlage zur Messe da", sagte Buhl-Wagner.
Würdigung des Schriftstellers Martin Pollack
Die Leipziger Buchmesse 2011 wurde am Mittwoch mit der Würdigung des österreichischen Schriftstellers Martin Pollack (66) eröffnet. Pollack ist Publizist, Autor und Übersetzer. "Pollack ist ein Genauigkeitseiferer ohne die Verranntheit des Pedanten", sagte die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff in ihrer Laudatio. "Er führt eine klare Sprache. Von jedermann, der mühelos liest, kann sie verstanden werden." Martin Pollack erhielt daher den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung - für sein "einprägsames und richtungsweisendes Werk". Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.
Das letzte Werk von Martin Pollack ist "Der Kaiser von Amerika" und handelt von der Massenflucht von Juden, Polen und Ukrainern aus Galizien zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. Der Österreicher, der auch "Spiegel"-Journalist war, ermahnte in seiner Dankesrede die Westeuropäer, ihre östlichen Nachbarn nicht zu vergessen. "Das freie und wohlhabende Europa hat seine Grenzen nach Osten verschoben, aber verschwunden sind diese Grenzen nicht. Im Gegenteil", sagte er. "Bedürftige Verwandte und Nachbarn will man sich möglichst vom Leibe halten. Armut wirkt störend. Außerdem könnten sie unsere Sicherheit und Ordnung oder zumindest unseren Wohlstand gefährden."
Auf der Buchmesse präsentieren sich bis zum Sonntag 2150 Aussteller. 1500 Autoren lesen aus ihren neuen Werken - tagsüber auf dem Messegelände und abends überall in der Stadt. Gastländer dieses Jahres sind Serbien und Island.

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