Wissenswertes zur Impfung : Masern-Häufigkeit: Große Unterschiede zwischen Bundesländern

Die Zahl der Maserninfektionen schwankt seit Jahren. Nicht jeder lässt sich impfen. Foto: imago/blickwinkel
Die Zahl der Maserninfektionen schwankt seit Jahren. Nicht jeder lässt sich impfen. Foto: imago/blickwinkel

Schaut man sich die jüngsten Masernausbrüche an, fällt auf, dass insbesondere Ballungsräume betroffen sind. Warum?

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17. August 2018, 20:41 Uhr

Berlin | Bei der Häufigkeit von Masern bestehen Experten zufolge große regionale Unterschiede. "In einigen Bundesländern treten die Masern nur noch selten in Erscheinung, wie in Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland oder Sachsen-Anhalt", heißt es in einem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Häufiger träten Masern hingegen etwa in Berlin und Nordrhein-Westfalen auf. Unter den fast jedes Jahr betroffenen Bundesländern seien insbesondere solche mit hoher Bevölkerungsdichte oder großen Ballungszentren, hieß es.

Dort begünstigen dem Bericht zufolge mehrere Faktoren eine schnelle Ausbreitung: Die Menschen lebten dichter zusammen. Außerdem erreichten durch Touristen, Studenten und Migranten importierte Masernfälle insbesondere die Ballungsgebiete. Dort sei es dann auch am wahrscheinlichsten, auf Menschen ohne Impfschutz zu treffen.

Entsprechend verzeichnet im ersten Halbjahr 2018 etwa auch das bevölkerungsreichste Bundesland, Nordrhein-Westfalen, die höchsten Fallzahlen (173). Es hat auch pro eine Million Einwohner gerechnet besonders viele Fälle.

Deutlich weniger Erkrankte als 2017

Bundesweit erkrankten nachweislich 387 Menschen an Masern – das war deutlich weniger als im Vergleichszeitraum 2017 (knapp 800). Ähnliche Schwankungen der Gesamtzahlen gab es stets in den vergangenen Jahren. Schon länger sieht das RKI bei Masernzahlen jedoch keine rückläufige Tendenz mehr.

Das hängt auch mit den Impfquoten zusammen. Es gebe – nicht näher benannte – Land- und Stadtkreise mit Nachholbedarf, schreiben die RKI-Experten. Laut dem Bericht liegen die Gründe für fehlende Impfungen weniger in einer "grundsätzlich impfkritischen Haltung". Eher würden Impfungen verschoben und vergessen oder die Menschen wüssten nicht über die Empfehlungen Bescheid.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) strebt die Elimination der Masern an. Die Krankheit geht mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher. Sie schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden. Gefährlich sind Masern vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern.

Fragen und Antworten zur Masernimpfung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut empfiehlt daher, Kinder gegen Masern impfen zu lassen. Aber auch für manche Erwachsene ist eine Impfung sinnvoll. Die wichtigsten Fragen zur Impfung im Überblick.

Wie oft und wann wird gegen Masern geimpft?

Kinder sollten im Alter zwischen 11 und 14 Lebensmonaten die erste Dosis des Kombinationsimpfstoffs gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR) bekommen. Die zweite Gabe erfolgt im Alter zwischen 15 und 23 Monaten. Zur gleichen Zeit empfiehlt die Stiko Impfungen gegen Windpocken (Varizellen). Die erste kann zum gleichen Zeitpunkt wie die MMR-Impfung erfolgen - oder frühestens vier Wochen später. Beim zweiten Mal kann auch der kombinierte MMR-Varizellen-Impfstoff verwendet werden.

Kann man Kinder auch schon früher impfen lassen?

Ja. Wenn zum Beispiel die Eingewöhnung in die Kinderkrippe ansteht, kann man sein Kind schon mit neun Monaten impfen lassen. Die zweite Dosis kann frühestens vier Wochen später verabreicht werden. Wurde ein Kind mit neun bis zehn Monaten geimpft, soll die zweite Dosis zu Beginn des zweiten Lebensjahres gegeben werden.

Sollen sich auch Erwachsene impfen lassen?

Ja, wenn sie als Kind nicht oder nur einmal geimpft wurden. Dann empfiehlt die Stiko die einmalige Impfung mit dem MMR-Impfstoff. Insbesondere Personen, die nach 1970 geboren wurden, sollten ihren Impfstatus überprüfen und sich im Zweifelsfall impfen lassen. Wer früher geboren wurde, hat wahrscheinlich eine Maserninfektion durchgemacht. Nach Kontakt mit Erkrankten kann für Betroffene dennoch eine Impfung sinnvoll sein.

Was ist, wenn ich meinen Impfpass nicht finde?

Ist unklar, ob man durch eine zurückliegende Maserninfektion oder die Impfung geschützt ist, rät die Stiko zur Impfung.

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