In Höhle eingeschlossene Jugendliche : "Macht euch keine Sorgen": Thai-Jungs schreiben Brief an Familien

Die Jungen einer Fußballmannschaft, die in einer Höhle in Thailand eingeschlossen sind (Videostandbild der Royal Thai Navy Seals) haben sich in einem bewegenden Brief an ihre Familien gewandt.
Die Jungen einer Fußballmannschaft, die in einer Höhle in Thailand eingeschlossen sind (Videostandbild der Royal Thai Navy Seals) haben sich in einem bewegenden Brief an ihre Familien gewandt.

Sie wollen ihren Familien die Sorgen nehmen – und kündigen schon einmal an, was sie nach ihrer Rettung essen möchten.

shz.de von
07. Juli 2018, 11:33 Uhr

Chiang Rai | Die seit zwei Wochen in einer thailändischen Höhle festsitzenden Jugendlichen haben sich in einem bewegenden Brief an ihre mitbangenden Familien gewandt. "Macht euch keine Sorgen, wir sind alle stark" – so steht es auf einem handbeschriebenen Zettel, den ein Rettungstaucher den seit Tagen vor dem Höhleneingang campierenden Angehörigen übermittelte. "Wenn wir hier rauskommen, wollen wir viele Sachen essen. Wir wollen nach Hause, so schnell wie möglich."

Die mit blauer Tinte auf Notizblockpapier verfasste Botschaft wurde am Samstag auf der Facebook-Seite der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals veröffentlicht. Darin schien jeder der zwölf Jungs im Alter zwischen 11 und 16 Jahren persönliche Worte an seine Familie und Freunde im Freien zu richten. "Ich will gebratenes Schweinefleisch essen", brach es aus einem der Jugendfußballer heraus, die zusammen mit ihrem 25 Jahre alten Trainer größte körperliche und psychische Strapazen erdulden müssen.

Schwierige Rettung

Der Trainer bat die Angehörigen seiner Schützlinge in dem Brief um Verzeihung, bedankte sich für ihre Unterstützung und versprach ihnen, sich bestmöglich um die Jungs zu kümmern. "Derzeit geht es ihnen allen gut", versicherte Ekapol Chanthawong.

Die Gruppe hatte nach einem Training am 23. Juni die viertgrößte Höhle Thailands in der nördlichen Provinz Chiang Rai besucht, war dann aber wohl von einer Sturzflut überrascht worden und rettete sich vor den Wassermassen immer tiefer ins Innere. Die Kammer, in der sie am Montag von britischen Rettungstauchern gefunden wurden, liegt rund vier Kilometer vom Eingang der Höhle entfernt, die sich insgesamt über rund zehn Kilometer erstreckt. Der Rückweg ist den Jugendlichen aufgrund des überfluteten Höhlentrakts versperrt.

Brief des Prinzen

Inzwischen fiebert die ganze Welt mit den eingeschlossenen Teenagern mit. Der 13 Jahre alte Sohn des thailändischen Königs, Prinz Dipangkorn Rasmijoti,hat eine Karte an die Jungfußballer geschrieben. Lesen werden sie diese allerdings nicht können: Der Prinz, der zeitweise in der Nähe von München lebt, schrieb auf Deutsch.

"Liebe Kinder, ihr hattet sicher große Angst, aber ich habe immer an euch gedacht", schrieb Dipangkorn in Blockbuchstaben. "Ich bin überglücklich, dass ihr alle gesund seid. Mein großer Dank gilt auch allen Helfern, die diese Rettung möglich gemacht haben! Alles Gute, Dipangkorn Rasmijoti", hieß es in dem am 3. Juli geschriebenen Brief. Die thailändische Zeitung "Khao Sod" veröffentlichte die guten Wünsche am Freitag. König Maha Vajiralongkorn verbringt viel Zeit in Bayern, wo er am Starnberger See eine Villa besitzt.

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