Schiffsunglück : Lübecker Schiff sinkt im Roten Meer – 37 Menschen gerettet

Im Roten Meer häufen sich die Schiffsunglücke.
Im Roten Meer häufen sich die Schiffsunglücke.

Vor der Küste Ägyptens ist die vor 20 Jahren in Travemünde gebaute Frachtfähre „Taba“ gesunken. Für die Menschen an Bord kam rechtzeitig Hilfe.

shz.de von
07. Juli 2015, 15:56 Uhr

Lübeck | Das unter ägyptischer Flagge operierende RoRo-Cargo-Schiff „Taba“ ist mit Waren und 43 Lastwagen an Bord am Sonntagmorgen im Roten Meer gesunken. Die 37 Insassen konnte alle gerettet werden.

Laut Auskunft der Hafenbehörde havarierte das 117 Meter lange Schiff aufgrund einer starken Imbalance, die auf menschliches Versagen zurückzuführen ist. Die Lkw an Bord seien größtenteils auf einer Seite positioniert worden, so dass das Schiff mit einmal Schlagseite bekam. Anderen Berichten zufolge könnten die Trucks in Bewegung geraten sein, weil sie nicht vorschriftsmäßig gesichert wurden. Weitere Untersuchungen sollen offizielle Erkenntnisse bringen.

Das Schiff hatte den ägyptischen Hafen Safaga gegen 5.00 Uhr verlassen und war auf dem Weg nach Duba in Saudi Arabien. Kurze Zeit später gab die Besatzung ein Notsignal ab. Rasch wurden Bergungskräfte mit einem Boot der Marine entsandt, die innerhalb einer halben Stunde an der 17 Seemeilen entfernten Unglücksstelle eintrafen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Schiff starke Schlagseite, war aber noch nicht gesunken, so dass alle 37 Menschen an Bord gerettet werden konnten. Sie wurde zum Ausgangshafen zurückgebracht. Neun der 27 Besatzungsmitglieder wurden verletzt, drei von ihnen mit Knochenbrüchen. Die zehn Lkw-Fahrer kamen unbeschadet davon, heißt es in Medienberichten aus Ägypten.

Die „Taba“ war zwischen 1984 und 1985 eines der letzten Schiffe, die auf der traditionsreichen Schlichting-Werft in Travemünde gebaut wurden. Sie wurde in den 20 Jahren ihres Bestehens für die „Egyptian Navigation Company“ als Frachtfähre im Mittelmeer und im Roten Meer eingesetzt.

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