Wikipedia-Sperre : Lübecker Linke distanzieren sich von Heilmann

Die Lübecker Linkspartei distanziert sich vom Bundestagsabgeordneten Lutz Heilmann: Sie bedauere die Abschaltung der deutschen Wikipedia-Präsenz, teilt sie mit.

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18. November 2008, 09:27 Uhr

Die Linke in Lübeck bedauere die Abschaltung der deutschen Internetpräsenz der Wikipedia, die durch eine einstweilige Verfügung des schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten Lutz Heilmann erwirkt wurde, teilten die beiden Kreisvorsitzenden der Partei in einer Pressemitteilung mit. Lutz Heilmann, bemühen sie sich gleich hinzuzufügen, sei im Kreisverband der Linken in Neumünster organisiert.
Dessen Vorsitzender Jörn Seib reagiert mit Kopfschütteln auf die Zeilen aus der Hansestadt. "Die Lübecker Linken kochen mit viel Wasser", sagt Seib. Dass die komplette Domain gesperrt war, sei laut Seib "dumm gelaufen, aber es musste auch mal ein Zeichen gesetzt werden." Wikipedia müsse umdenken, damit jeder "Diffamierungen über sich stoppen kann, bevor sie in der Presse zu Schlagzeilen werden." Da sei auch der Gesetzgeber gefragt.
Die Lübecker Linken sehen Heilmanns Verhalten als unverzeihlich an. Die Sperrung der Wikipedia entspreche nicht der Politik der Linken, heißt es in ihrem Pressetext. Gerade die unkommerziellen Medien müssten gestärkt werden. Meinungsfreiheit und ein liberales Presserecht seien Grundpfeiler der Demokratie. Deshalb erwarte der Kreisverband von Lutz Heilmann auch, dass er von den angekündigten Klagen gegen drei ehrenamtliche Wikipedia-Autoren Abstand nehme.

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