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Literatur : Trauerfeier für Reich-Ranicki in Frankfurt

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Zum Abschied von Marcel Reich-Ranicki werden an diesem Donnerstag (15.00) zahlreiche prominente Redner und Trauergäste in Frankfurt erwartet.

Bundespräsident Joachim Gauck will bei der Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof einen Kranz niederlegen, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der mit Reich-Ranicki gut bekannte TV-Entertainer Thomas Gottschalk werden Reden halten. Der «Literaturpapst» war vor einer Woche im Alter von 93 Jahren in Frankfurt gestorben.

Für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ), für die Reich-Ranicki jahrzehntelang gearbeitet hatte, spricht Herausgeber Frank Schirrmacher. Die jüdische Gemeinde wird durch Salomon Korn auf der Rednerliste vertreten. Gespielt werden laut Programm klassische Werke der Komponisten Johann Sebastian Bach, Robert Schumann und Giacomo Puccini.

Nach Angaben des Bestattungsunternehmens wird Reich-Ranicki - entgegen früherer Angaben - am Tag der Trauerfeier nicht beerdigt. Wie auch bei seiner Frau Teofila, die 2011 mit 91 Jahren gestorben war, sei eine Feuerbestattung vorgesehen. Die Urnenbeisetzung werde in ein bis zwei Wochen im engsten Familienkreis stattfinden. In rund vier Wochen soll es laut «FAZ» eine öffentliche Gedenkfeier in der Paulskirche geben.

Der scharfzüngige Reich-Ranicki, der in Polen als Sohn einer jüdischen Familie geboren wurde, wuchs in Berlin auf. Zusammen mit seiner Frau überlebte er das Warschauer Ghetto und kehrte 1958 nach Deutschland zurück. Das Paar hat einen Sohn, der als Mathematik-Professor im schottischen Edinburgh lebt.

Für seine Arbeit wurde Reich-Ranicki mit Ehrungen überhäuft. Einem Millionenpublikum wurde der Kritiker mit der ZDF-Sendung «Das Literarische Quartett» bekannt, die er seit 1988 fast 14 Jahre lang moderierte. Neben zahlreichen anderen Büchern veröffentlichte «MRR» 1999 seine Autobiografie «Mein Leben», die zum Bestseller wurde. Das Buch wurde laut Verlag mehr als 1,2 Millionen Mal verkauft.

Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof sind viele bedeutende Intellektuelle begraben, etwa die Philosophen Theodor W. Adorno (1903-1969) und Arthur Schopenhauer (1788-1860), Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld (1924-2002), Autoren wie Ricarda Huch (1864-1957) und «Struwwelpeter»-Erfinder Heinrich Hoffmann (1809-1894).

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erstellt am 25.Sep.2013 | 12:11 Uhr

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