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Literatur : Tragischer Ermittler: «Der Mann im Park»

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München (dpa) – 1928 wird in Stockholm die achtjährige Ingrid Bengtsson ermordet, der Täter jedoch nie gefasst. 25 Jahre später wird der damals ermittelnde Kommissar John Stierna von einem Journalisten auf den ungelösten Fall angesprochen.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2013 | 18:31 Uhr

Alte Erinnerungen werden wach, und John Stierna beginnt zu erzählen, wie nah man dem Mörder gewesen sei, der dann doch entkommen konnte. – «Der Mann im Park», das Debüt des Schweden Pontus Ljunghill, ist ein düsterer und melancholischer Roman über das Scheitern. John Stierna ist beruflich und privat ein gebrochener Mann ohne Perspektiven. So menschlich anrührend die Hauptfigur auch ist, so vorhersehbar ist das Geschehen, da für den Leser von vornherein klar ist, dass die Ermittlungsarbeit ergebnislos endet.

Entgegen dem etwas irreführenden Klappentext nimmt der Kommissar keine neuen Ermittlungen in dem «cold case> auf, sondern reflektiert im Grunde nur sein Leben. Immerhin gelingt es dem Autor, auf den letzten Metern einen echten Knalleffekt einzubauen, der den Leser für manche Längen entschädigt.

Pontus Ljunghill: Der Mann im Park, Heyne Verlag, München, 560 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-453-26838-8

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