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Literatur : Sticheleien gegen Sprechblasen: Neues von Wiglaf Droste

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Es wird viel geredet und geschrieben, wenn der Tag lang ist. Damit geht dem geübten Zuhörer und Leser Wiglaf Droste der Stoff für seine Sprachglossen nicht aus.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 11:43 Uhr

«Die Würde des Menschen ist ein Konjunktiv» heißt die neue Sammlung mit mehr als 100 Stücken, die meist nicht länger sind als zwei Seiten. Droste ist immer dann am besten, wenn er gegen Sprachblasen stichelt und die heiße Luft rauslässt. Anglizismen sind dabei besonders beliebt, etwa To-do-Listen und No-go-Orte. Was Droste zur Shakespeare-Abwandlung verleitet: «to be or not to go to no go». Er selbst will sich auch nicht mehr Autor nennen, sondern «Thought Flow Controler im Language Management».

Kaum ein Thema, das Droste nicht anpackt. Til Schweiger wird bei ihm zum Oberst Kleinohrhase - in Anlehnung an Oberst Klein. Den Salafisten wirft er «demagogische Beseppelung» vor, den Kirchentag in Dresden bedenkt er mit «Jesus Alaaf». Viel zum Schmunzeln, einiges zum Nachdenken und manchmal auch ein Aua, denn Droste scheut auch den Kalauer nicht.

- Wiglaf Droste: Die Würde des Menschen ist ein Konjunktiv. Neue Sprachglossen, Edition Tiamat/Verlag Klaus Bittermann Berlin, 240 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-89320-175-4

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