Literatur : Spionage-Autor Gérard de Villiers gestorben

Paris (dpa) – Der französische Schriftsteller Gérard de Villiers, Autor von millionenfach verkauften Spionage-Romanen, ist tot. Er sei im Alter von 83 Jahren am Donnerstag nach langer Krankheit in Paris gestorben, schrieb am Freitag sein Anwalt Eric Morain auf Twitter.

shz.de von
01. November 2013, 13:21 Uhr

In Villiers' Agententhriller-Serie «SAS» sind in den vergangenen 50 Jahren 200 Spionage-Romane erschienen, mit einer durchschnittlichen Auflage von 200 000 Exemplaren pro Buch. Hauptfigur war der CIA-Agent Malko Linge, ein verarmter österreichischer Adliger, Schauplätze waren die Brandherde der aktuellen Weltpolitik. Auf Deutsch sind de Villiers' «SAS»-Romane unter dem Serientitel «Malko» herausgekommen.

De Villiers Ehefrau Christine, die den eigenen Verlag leitet, sagte der Nachrichtenagentur AFP, man habe bei ihrem Mann im Mai Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Bis zuletzt blieb der am 8. Dezember 1929 in Paris geborene Autor aktiv. Sein letzter, 200. Thriller ist kürzlich erschienen, «La Vengeance du Kremlin» (Die Rache des Kreml). Gérard de Villiers war Sohn des Theater-Autors und Filmemachers Jacques Deval. De Villiers war sein Künstlername.

Seine Buchproduktion war gut eingespielt: Im Schnitt veröffentlichte er vier bis fünf Romane pro Jahr. Man hat ihm vorgeworfen, Bahnhofsliteratur zu schreiben, andere hielten ihn für reaktionär, einen Macho oder auch einen Rassisten. Doch der Erfolg war auf seiner Seite: Der Autor wusste selbst nicht so genau, wie viele Bücher er seit seinem ersten Werk «SAS in Istanbul» 1965 verkauft hat. «Bestimmt zwischen 120 und 150 Millionen in allen Ländern», sagte er. De Villiers begann seine Karriere als investigativer Journalist und hat diese Methode für seine Romane beibehalten. Geheimdienstler scheuten sich nicht, ihn mit Einzelheiten zu versorgen. «Es gibt Leute, die wollen Informationen herausbringen, können es aber nicht selbst tun», sagte er in einem Gespräch mit dem Schweizer Rundfunk im März dieses Jahres. So habe er für sein Buch «Programm 111» über das iranische Nuklearprogramm «von Leuten Informationen bekommen, die sie selber nicht veröffentlichen durften», sagte er.

Sein Erfolgsrezept erklärte er so: «Es ist ein romanhafter Journalismus, die Momentaufnahme eines Landes in einer geopolitischen Situation. Meine Geschichten sind in der Realität verankert».

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