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Literatur : Solschenizyn-Übersetzerin Markstein gestorben

vom

Der «Archipel Gulag» von Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn hat auch dank ihrer Sprachkunst 1973 für Furore gesorgt: Die Übersetzerin Elisabeth Markstein ist im Alter von 84 Jahren in Wien gestorben, teilte der Milena Verlag mit.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 14:47 Uhr

Markstein starb bereits am Dienstag. Sie hatte das Hauptwerk des Nobelpreisträgers, seine Abrechnung mit dem Stalinismus, unter dem Pseudonym Anna Peturnig ins Deutsche übertragen. Darüber hinaus übersetzte sie Dostojewskis «Der Spieler» und Werke Lew Kopelews. Für ihre Übersetzungen erhielt sie mehrere Auszeichnungen, darunter 1989 den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung

Markstein war im Moskauer Hotel Lux aufgewachsen, dem jahrelangen Lebensmittelpunkt führender kommunistischer Emigranten wie Clara Zetkin und Walter Ulbricht. Sie wurde 1968 aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und von der Sowjetunion mit einem mehrjährigen Einreiseverbot belegt, weil sie Briefe Solschenizyns aus dem Land geschmuggelt hatte. Sie war nach Angaben des Verlags eng mit Heinrich Böll befreundet. Im Milena Verlag erschien ihre Autobiografie «Moskau ist viel schöner als Paris».

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